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Mit dem Nothilfefonds leistet die Diakonische Bezirksstelle Hilfe in akuten Notlagen

In diesem Jahr wird bei der VKZ-Spendenaktion für den Förderverein des Vaihinger Enztalbads und die Diakonische Bezirksstelle gesammelt. Unter anderem soll das Geld dem Nothilfefonds der Diakonischen Bezirksstelle zugute kommen, mit dem Menschen schnell und unbürokratisch geholfen wird.

  • Jana Ruhl von der Sozial- und Lebensberatung der Diakonischen Bezirksstelle steht mit ihrem Rat Menschen zur Seite, die sich in einer Notsituation befinden.  Foto: p

    Jana Ruhl von der Sozial- und Lebensberatung der Diakonischen Bezirksstelle steht mit ihrem Rat Menschen zur Seite, die sich in einer Notsituation befinden. Foto: p

Vaihingen (red). Die Spendenaktion 2025 der Vaihinger Kreiszeitung geht weiter. In diesem Jahr sollen die Zuwendungen freigiebiger Bürgerinnen und Bürger oder generöser Unternehmen zwei Zwecken zugute kommen: dem Förderverein des Vaihinger Enztalbads und dem Nothilfefonds der Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen. Die Spendenaktion läuft bis zum 6. Januar. In verschiedenen Beiträgen stellt die VKZ bis dahin vor, für was das Geld verwendet werden soll.

Wofür der Nothilfefonds gebraucht wird

Ein Teil der Spenden soll in diesem Jahr für den Nothilfefonds der Diakonischen Bezirksstelle verwendet werden. „Wir begleiten Menschen, wenn das Leben zu schwer geworden ist, um es allein zu tragen“, erklärt Geschäftsführerin Andrea Magenau. „Wenn Rechnungen sich stapeln. Wenn Beziehungen zerbrechen. Wenn Krankheit Kräfte frisst. Wenn Orientierung fehlt oder der Mut. Viele halten lange aus – länger als gut ist. Sie versuchen es allein, schieben, funktionieren. Bis nichts mehr geht. Erst dann trauen sie sich, Hilfe zu suchen.“

Nach Hilfe suchen als Schritt nach vorn

Letzteres sei kein Zeichen von Scheitern, sondern ein Anfang, ein Wendepunkt, Ein Schritt nach vorn. „Unsere Beratung ist kostenfrei. Sie braucht keinen perfekten Lebenslauf, keinen fertigen Plan – nur Offenheit und die Bereitschaft, sich auf Veränderung einzulassen.“ Was über Jahre gewachsen sei, löse sich in der Regel nicht in zwei Terminen. Aber ein Anfang könne so gelingen. Und dieser sei oft entscheidend, damit Leben wieder gelingen kann.

Hilfsangebote unter einem Dach

„Wir arbeiten mit Menschen – für Menschen. Nicht über sie. Nicht an ihnen vorbei. Auf Augenhöhe, im Gespräch, Schritt für Schritt. Damit diese Arbeit verlässlich, zugewandt und niedrigschwellig bleiben kann, sind wir auf Unterstützung angewiesen“, sagt Magenau. Die Diakonische Bezirksstelle bündele die Hilfe unter einem Dach. So vermeide man, dass Menschen von Stelle zu Stelle geschickt werden und immer wieder von vorn beginnen müssen. Die Arbeitsbereiche sind Sozial- und Lebensberatung, der Nothilfefonds für akute Notlagen, Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Schuldner- und Insolvenzberatung, Suchtberatung, Kurberatung für Mütter- und Vaterkuren, Angebote für Menschen mit psychischer Erkrankung (Tagesstätte Mittendrin, Kontaktstüble), Vaihinger Tafelladen, Secondhand-Kleiderkeller und Vermittlung von Sachspenden, Tafel-Café und Begegnungsangebote sowie die Freiwilligenkoordination und Ehrenamt.

Erster sicherer Ort nach langer Überforderung

Die Sozial- und Lebensberatung ist laut Magenau für viele Menschen der erste sichere Ort nach langer Überforderung. Hier kommen Menschen an, wenn sich Probleme überlagern: finanzielle Sorgen, drohender Wohnungsverlust, Trennung, Krankheit, psychische Belastung, Behördenbriefe, Angst vor dem Morgen. „In der Beratung sortieren wir gemeinsam: Was ist gerade am dringendsten? Was braucht zuerst Stabilität? Welche Schritte sind jetzt möglich – und welche später? Genau hier wird der Nothilfefonds besonders häufig eingesetzt. Nicht als Dauerlösung, sondern als gezielte Unterstützung, damit Beratung wirken kann: Wenn Leistungen noch nicht bewilligt sind, wenn eine Stromsperre, Räumung oder Kündigung droht, wenn ein kleiner Betrag verhindert, dass eine ohnehin belastende Situation weiter eskaliert.“ Oft gehe es nicht um große Summen, sondern um genau das, was gerade fehle, damit ein Mensch wieder handlungsfähig wird. Die finanzielle Hilfe sei immer eingebettet in Gespräche, Klärung und Begleitung und setze auf Nachhaltigkeit. „Sie verschafft Luft zum Atmen, Zeit zum Ordnen und Raum für neue Perspektiven.“

Viele Lebenslagen werden komplexer

In der Diakonischen Bezirksstelle erlebe man täglich, wie eng das Leben werden kann. Nicht nur finanziell, sondern auch emotional, sozial, seelisch. „Viele Lebenslagen sind komplexer geworden. Armut, Krankheit, Pflege, Beziehungskonflikte, Einsamkeit, psychische Belastung – vieles greift ineinander“, weiß Magenau. „Unsere Aufgabe ist es, Menschen so zu stärken, dass sie wieder selbst handeln können: mit Orientierung, mit Beratung, manchmal auch mit einer finanziellen Brücke.“

Kirchliche und öffentliche Mittel reichen nicht aus

Viele Menschen gingen davon aus, dass diese Arbeit vollständig durch kirchliche oder öffentliche Mittel finanziert sei. Diese sicherten zwar die Grundstruktur, aber sie reichten nicht aus, um in akuten Notlagen schnell und unbürokratisch zu helfen, betont die Geschäftsführerin. Deshalb seien Spenden hier entscheidend. Diese ermöglichten zusätzliche Beratung dort, wo der Bedarf steige, eine „ schnelle Hilfe, wenn staatliche Leistungen (noch) nicht greifen und Unterstützung in Situationen, in denen Regelangebote an Grenzen stoßen.

Die meisten Nothilfemittel fließen laut Magenau in die Sozial- und Lebensberatung. Darüber hinaus können sie auch in anderen Arbeitsfeldern eingesetzt werden – etwa bei Kurbeteiligungen, beim Start nach einer Entzugssituation oder wenn Schulden und Existenzdruck die Luft zum Atmen nehmen. Der Einsatz erfolge immer sorgfältig geprüft und begleitet. Ziel sei keine kurzfristige Entlastung allein, sondern Stabilität und Perspektive. „Manchmal entscheidet ein kleiner Betrag darüber, ob eine Krise weiter eskaliert – oder ob ein Mensch wieder Boden unter den Füßen bekommt.“

Was Spenden konkret bewirken

Mit den Spenden werde also Menschen geholfen, einen Zeitraum zu überbrücken, bis Leistungen bewilligt werden und fließen, oder um bei akutem Minus auf dem Konto zu entlasten. Spenden ermöglichten darüber hinaus Teilhabe – auch für Kinder. Sie tragen dazu bei, Wohnraum zu sichern und Räumungen zu vermeiden. Spenden helfen bei notwendigen Anschaffungen wie Brillen, Zahnersatz, Windeln oder Lebensmitteln. Und sie dienen zur Stabilisierung, damit die Beratung greifen kann. Denn: „Spenden helfen nicht allein, aber sie machen Hilfe möglich und überbrücken schwierige Zeiten.“ Und Unterstützung brauche nicht nur Geld. Sie brauche auch Zeit, Hände, Mitdenken und einen wohlwollenden Blick, betont Magenau.

„Ehrenamtliche tragen bei uns mit – sichtbar und im Hintergrund. Sie sortieren, tragen, hören zu. Ohne sie wäre vieles nicht möglich. Mit ihnen gelingt mehr als Zahlen zeigen können. Am Ende geht es nicht um Akten oder Statistik. Es geht um Menschen.“

So können die VKZ-Leser spenden

Wer den Förderverein oder die Diakonie – oder gerne auch beide – unterstützen möchte, kann eine Spende überweisen. Das Spendenkonto der Diakonie bei der Kreissparkasse Ludwigsburg hat folgende IBAN: DE90 6045 0050 0008 8140 78. Bitte bei der Überweisung als Betreff „VKZ-Spendenaktion“ angeben.

Das Spendenkonto des Fördervereins des Vaihinger Enztalbads bei der Volksbank Ludwigsburg hat folgende IBAN: DE16 6049 1430 0613 8100 07. Bitte auch hier bei der Überweisung als Betreff „VKZ-Spendenaktion“ angeben.

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