Stuttgart - Der Vorfall lässt nach wie vor viele Fragen unbeantwortet. Am Dienstagabend vergangener Woche fallen in Giebel im Bereich der Stadtbahnhaltestelle Salamanderweg Schüsse. Als die von Ohrenzeugen alarmierte Polizei eintrifft, sind weder mögliche Täter noch Opfer zu finden. Erst in einem Krankenhaus stoßen Polizisten später auf einen 22 Jahre alten Mann mit einer Schussverletzung.
Im Zuge der Ermittlungen stellt sich heraus, dass wohl in der Engelbergstraße auf ein Auto geschossen worden ist – einen Nissan. Ob der 22-Jährige im Auto saß oder nicht oder womöglich zufällig in die Schüsse geraten ist, verrät die Polizei bisher nicht.
Überhaupt herrscht dort große Zurückhaltung. Zwar sind nach der Tat Straßen mit Metalldetektoren abgesucht worden und am Donnerstag vergangener Woche sperrten Kriminaltechniker den betroffenen Straßenabschnitt kurzzeitig für Vermessungen. Doch zum Tatablauf oder möglichen Hintergründen ist seither nichts zu hören gewesen.
Man könne noch nicht viel Neues veröffentlichen, sagt jetzt Polizeisprecherin Kara Starke. „Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, wir wollen sie nicht gefährden.“ Manche Details, die bereits ermittelt seien, entsprächen Täterwissen, deshalb würden sie noch nicht genannt.
Immerhin so viel wird verraten: Um eine Schreckschusswaffe hat es sich bei dem Vorfall offenbar nicht gehandelt. Bei der Polizei geht man von einer scharfen Waffe aus. Der 22-Jährige sei im Krankenhaus behandelt worden, habe die Klinik aber mittlerweile wieder verlassen. Lebensbedrohlich seien seine Verletzungen nicht gewesen.
Anders als im Fall eines 16-Jährigen, der im vergangenen Dezember in der Weilimdorfer Ortsmitte auf dem Spielplatz „Beim Esel“ einen Bauchdurchschuss erlitten hatte. Zwei junge Männer stehen derzeit als mutmaßliche Täter vor dem Stuttgarter Landgericht. Hintergrund sollen Streitigkeiten zwischen zwei Gruppierungen aus Weilimdorf und aus dem Stuttgarter Norden gewesen sein. Die Ermittler prüfen, ob die beiden Vorfälle zusammenhängen.

