Stuttgart - In der Natur ernähren sich die australischen gestreiften kleinen Beuteltiere, die Numbats, fast ausschließlich von Ameisen und Termiten. Um den Bedarf der Zuchttiere zu decken, sammeln Mitarbeitende des Perth Zoos jede Woche die lebenden Insekten im australischen Busch. Die Jungtiere wachsen dann dank dieser Nahrungsquelle unter möglichst naturnahen Bedingungen heran und werden sorgfältig auf ihre spätere Auswilderung vorbereitet.
Das ist ein Baustein eines Erfolgsprojekts in Australien, welches die Wilhelma seit dem vergangenen Jahr fördert. Ziel ist es, den etwa eichhörnchengroßen Numbats, von denen es aktuell in der natürlichen Umgebung in Australien noch geschätzt 2000 bis 3000 Tiere gibt, die bestmöglichen Voraussetzungen für ein selbstständiges Leben in ihrem natürlichen Lebensraum zu geben.
In den 1970er Jahren sah es hingegen noch schlechter aus, da wurde der Bestand der Numbats nach Angaben der Wilhelma auf nur noch rund 300 Tiere geschätzt. Angesichts des weltweiten Verlusts der biologischen Vielfalt hat die internationale Artenschutzbewegung „Reverse the Red“ das ehrgeizige Ziel: Arten sollen nicht länger auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) in immer höhere Gefährdungskategorien aufsteigen – vielmehr soll dieser Trend umgekehrt werden. Beim Numbat, auch Ameisenbeutler genannt, hat es nun geklappt: Die australische Tierart wurde von der IUCN von der Beurteilung „stark gefährdet“ um gleich zwei Kategorien auf „potenziell gefährdet“ herabgestuft.
Zu dem Erfolg hat auch die Wilhelma beigetragen, die nach eigenen Angaben, den Perth Zoo seit 2025 mit 10.000 Euro pro Jahr bei diesem wichtigen Artenschutzprojekt fördert. Die Mittel stammen aus dem Artenschutz-Euro, den die Besucherinnen und Besucher der Wilhelma mit ihrem Eintritt freiwillig zahlen. Das Geld fließt in die aufwendige Beschaffung der Termiten. Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin erklärt, dass die Rückstufung des Numbats auf der Roten Liste „ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist, dass Artenschutz wirkt, wenn er wissenschaftlich fundiert, langfristig angelegt und international vernetzt ist“.
Möglich ist der Erfolg den Angaben zufolge durch mehr als drei Jahrzehnte konsequenter Schutzarbeit. Eine Schlüsselrolle spiele das Zucht- und Auswilderungsprogramm des Perth Zoos, das seit 1993 insgesamt 325 dort geborene Numbats für die Wiederansiedlung in geeigneten Lebensräumen in Westaustralien, Südaustralien und New South Wales bereitgestellt habe. Gemeinsam mit zahlreichen Naturschutzpartnern konnten mehrere neue, sich selbst erhaltende Populationen aufgebaut werden.
Trotz der erfreulichen Entwicklung bleibe der Numbat auf intensive Schutzmaßnahmen angewiesen. Die Art besiedele heute noch weniger als ein Prozent ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets. Vor allem verwilderte Hauskatzen und Füchse stellen weiterhin eine erhebliche Bedrohung dar.

