Stuttgart

Volksfest-Veranstalter setzt auf Entzerrung

Die Sicherheitsvorkehrungen auf dem Cannstatter Volksfest sind umfangreich. Die Anreise der Besucherinnen und Besucher wird in diesem Jahr durch das Landwirtschaftliche Hauptfest verschärft.

Stuttgart - Für manchen ist es die schönste Zeit des Jahres: Am Freitag hat auf dem Cannstatter Wasen das Volksfest begonnen. Gut zwei Wochen lang ist die Stadt in der Stadt geöffnet, Millionen Besucher werden erwartet. Dabei gibt es diesmal in Sachen Sicherheit, Besucheraufkommen und Anreise einige Besonderheiten.

Zum Zeltwechsel samstagmittags herrscht großes Gedränge

Klar ist: Es wird eng auf dem und rund um den Wasen. Denn von Sonntag, 27. September, bis Sonntag, 4. Oktober, findet zeitgleich das Landwirtschaftliche Hauptfest statt. Das bedeutet: Es stehen auf dem Festgelände keinerlei Parkplätze zur Verfügung. Für Menschen mit Behinderung gibt es allerdings Parkmöglichkeiten auf P 9 am Neckarpark. „Durch das Landwirtschaftliche Hauptfest verschärft sich die Verkehrssituation nochmals. Wir appellieren an die Besucher, bei der Anreise etwaige Hinweise des Veranstalters sowie der Sicherheitsbehörden zu beachten und nach Möglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen“, sagt Polizeisprecher Stephan Widmann.

Auch rund um den Wasen sind die Parkmöglichkeiten sehr eingeschränkt. „Parksuchverkehr in den angrenzenden Wohngebieten sollte unbedingt vermieden werden“, sagt Stefanie Hirrle, Sprecherin der Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart. Für Besucherinnen und Besucher, die von weiter außerhalb kommen, seien Park-and-Ride-Plätze eine gute Alternative. Wer sein Ticket für das Landwirtschaftliche Hauptfest vorab online bei Easy Ticket kaufe, bekomme es nicht nur für einen günstigeren Preis, sondern die Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr sei ebenfalls enthalten.

Grundsätzlich gibt es in Sachen Andrang in diesem Jahr trotzdem eine gute Nachricht: Es stehen nicht allzu viele große Parallelveranstaltungen im Neckarpark an, anders als im Vorjahr. So findet während der Wasenzeit kein VfB-Heimspiel statt, was mancher Stadionbesucher wohl bedauert. Auch in der benachbarten Schleyerhalle gibt es nur zwei große Konzerte, beide ganz am Ende des Volksfests: Am Samstag, 10. Oktober, steigt dort die Schlagernacht, am Tag danach gastiert die italienische Sängerin Laura Pausini in Stuttgart.

Sehr voll werden dürfte es an manchen Tagen dennoch – abhängig auch vom Wetter. Das könnte bereits an diesem Sonntag, 27. September, der Fall sein, wenn der Volksfestumzug durch Bad Cannstatt zum Festgelände zieht. „Wir rechnen zudem an allen drei Samstagen mit einem höheren Besucheraufkommen – besonders am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit. Da es während des Zeltwechsels zwischen 16 und 19 Uhr recht voll wird, empfehlen wir Besuchern, die keine Reservierung im Zelt haben, besser vor oder nach diesem Zeitraum anzureisen, um den Andrang ein wenig zu entzerren“, sagt Stefanie Hirrle.

Die Sicherheitskräfte werden auf dem Wasen und in der Umgebung zahlreich vertreten sein – mit Polizei, Sicherheitsdienst, DRK und Jugendamt. „Grundsätzlich sehen sich Großveranstaltungen wie das Cannstatter Volksfest einer abstrakt erhöhten Gefährdungslage gegenüber, etwa durch islamistischen Terrorismus“, sagt Polizeisprecher Widmann. Derzeit lägen aber keine konkreten Hinweise auf eine akute Gefährdung vor. „Zum Schutz der Veranstaltung werden unter anderem bauliche Sicherungen eingesetzt, um ein unbefugtes Befahren des Festgeländes zu verhindern“, so der Sprecher. Die Sicherheitsmaßnahmen der Polizei befänden sich „grundsätzlich auf einem hohen Niveau, werden kontinuierlich überprüft und erfolgen lageangepasst“.

Bereits gewöhnt sind regelmäßige Besucher an die Taschenkontrollen und Durchsuchungen von Personen durch Ordner der Sicherheitsdienste an den Zugängen zum Festgelände und zu den Festzelten. Darüber hinaus ist während des Volksfests eine Videobeobachtungsanlage in Betrieb, die von besonders geschulten Polizeikräften bedient wird. Mithilfe dieser Kameras können Tatverdächtige – wie etwa der mit einer Machete bewaffnete Mann im Jahr 2024 – innerhalb kurzer Zeit erkannt und festgenommen werden. Jegliche Waffen inklusive jeder Art von Messern, also auch Taschenmessern, sind auf dem Wasen verboten.

Auf dem Gelände dient bei Problemen nicht nur die Wasenwache als Anlaufstelle. Nach langen Diskussionen über die weitere Finanzierung steht auch die Wasenboje wieder zur Verfügung. Dieses Angebot wendet sich besonders an Frauen und Mädchen, die sich unwohl fühlen oder belästigt worden sind. Zudem kann in allen Festzelten die SafeNow-App genutzt werden. Fühlt sich jemand unsicher, wird per Knopfdruck der Standort an den Ordnungsdienst geschickt.

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