Stuttgart

Verkehr läuft besser trotz US-Terroralarms

Zu den Feierlichkeiten am 4. Juli sollen die Sicherheitsvorkehrungen wieder aufgehoben werden.

Stuttgart - Offenbar haben alle aus den chaotischen Verkehrsverhältnissen gelernt: Am Dienstagmorgen ist der Berufsverkehr auf den Straßen rund um die US-Militäreinrichtungen in Stuttgart und Böblingen erheblich besser gerollt. Die Staus vor den Kasernen hielten sich in Grenzen. Kein Vergleich jedenfalls zu Montag, als der Verkehr quasi zum Erliegen gekommen war.

Der Grund dafür waren verschärfte Sicherheitsvorkehrungen für die US-Militäreinrichtungen in Europa gewesen. Seit dem Wochenende ist die zweithöchste Sicherheitsstufe ausgerufen. Alarmstufe „Charlie“ gilt bei einer wahrscheinlichen terroristischen Aktion und wurde in Europa seit Beginn des amerikanischen Angriffs auf Afghanistan 2001 nicht mehr ausgerufen. Konkrete Hinweise aus Israel und die von deutschen und anderen westlichen Sicherheitsbehörden derzeit generell als angespannt beurteilte Sicherheitslage hatten dazu geführt. Demnach waren Erkenntnisse israelischer Fernmeldeaufklärung über mögliche Vorbereitungen eines Anschlags unmittelbarer Anlass für diesen Schritt.

Quellen im Landstreitkräfte-Hauptquartier der USA für Europa und Afrika (Usareur) in Wiesbaden verwiesen auf den Tod eines Bombenbauers in Frankreich vor wenigen Wochen. Die Untersuchungen dieses Falls hätten ebenfalls zur Neubewertung der Gefahrenlage beigetragen. Die Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen wurden daraufhin deutlich verstärkt.

Am Montag war die Polizei davon noch überrascht worden. Am Dienstag hatte man sich besser vorbereiten können. Dies zeigte sich in den frühen Morgenstunden etwa in Vaihingen. Damit die Kreuzungen nicht wieder von ungeduldigen Autofahrern vollgestellt werden, waren Beamte des Möhringer Reviers unterwegs. „Zwei Streifen haben von 6.30 bis 7.45 Uhr zwei Kreuzungen von Hand geregelt“, sagte die Stuttgarter Polizeisprecherin Kara Starke. Nämlich den Bereich Haupt- und Pascalstraße sowie Hauptstraße und A831-Abfahrt Vaihingen.

In der Panzerstraße in Böblingen blieb es zunächst bei Beobachtungsfahrten der Polizei. Denn der Verkehr verlief abschnittsweise zäh, aber ohne größere Staus. „Es ist mir nicht bekannt, dass man irgendwo hätte eingreifen müssen“, sagte Polizeisprecherin Yvonne Schächtele vom zuständigen Polizeipräsidium Ludwigsburg. Nötigenfalls wäre der Verkehr an der Thermalbadkreuzung abgeleitet worden. Rund um die Kelley Barracks in Möhringen, Sitz des US-Afrikakommandos, gab es keine nennenswerten Behinderungen.

Dass die Lage diesmal erheblich entspannter ablief, dürfte aber nicht nur an der Wachsamkeit der Polizei oder der Tatsache gelegen haben, dass ortskundige Berufspendler die kritischen Bereiche diesmal weit umfahren hatten. Auch die US-Militäreinrichtungen hatten offenbar ihre Maßnahmen angepasst. „Diesmal ist nur jedes dritte Fahrzeug kontrolliert worden“, sagte ein US-Mitarbeiter über seine Erfahrung an einer der Stuttgarter Kasernen am Dienstag.

Wie es heißt, soll die Alarmstufe „Charlie“ voraussichtlich bis zum heutigen Mittwoch gelten. Am Donnerstag kann also vermutlich gefeiert werden. Die Amerikaner begehen am 4. Juli ihren Unabhängigkeitstag. Zehntausende Besucher werden in der Böblinger Panzerkaserne erwartet. Es klinge zwar etwas verrückt, aber man sei entschlossen, die Planungen voranzutreiben, heißt es vonseiten des US-Militärs. Geplant ist von 16 Uhr an ein großes Volksfest mit den deutschen Nachbarn. Schluss- und Höhepunkt ist ein zehnminütiges Feuerwerk, das etwa um 22.30 Uhr beginnen soll.

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