Stuttgart

Verabredung zur Farbschlacht mit Freunden

Egal ob Geburtstag oder Teamevent – am Olgaeck kann man sich und Leinwände mit Farbe bespritzen.

  • Das junge Paar Julian und Kim zeigt seine  Werke.Foto: Lichtgut/Philip Mallmann

    Das junge Paar Julian und Kim zeigt seine Werke.Foto: Lichtgut/Philip Mallmann

Stuttgart - Der 1912 geborene Künstler Jackson Pollock machte seine Leinwände zu Aktionsfeldern. Mit seiner so genannten Drip-Technik, bei der er die Farbe tröpfelte, goss, spritzte und schleuderte, ohne dabei die Leinwand zu berühren, prägte er den Begriff des Action-Painting. Nun gibt es in Stuttgart einen Pop-up, der sich genau mit dieser Maltechnik beschäftigt.

Seit November ist Artbeat Stuttgart in der Charlottenstraße, direkt am Olgaeck, geöffnet. Geburtstage, Junggesellenabschiede, Freunde oder Einzelpersonen können dort hinkommen, um gemeinsam zu malen. Eine Stunde für zwei Personen kostet 100 Euro. Das Besondere dabei: Es darf auch etwas daneben gehen. Der Anspruch ist hier nicht, Kunstwerke à la Jackson Pollock zu entwerfen. Viel mehr steht der Spaß im Vordergrund. Teilnehmer bekommen Schutzanzug, Überschuhe und Handschuhe. So auch Kim und Julian, die sich an diesem Abend an die Leinwand wagen. Nachdem sie die Anzüge angezogen haben, geht es in einen für sie vorbereiteten Raum. Boden und Wände sind mit Malerfleece verkleidet, die Decke ist mit Plastikfolie abgehängt. In einer Ecke stehen Acrylfarben und Hilfsmittel wie Pinsel, Farbwalzen, Wasserspritzpistolen und Ketten bereit. Nach einer Einführung geht es los.

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Erst zögerlich, dann immer mutiger greift das junge Paar zur Farbe. Während Kim einen hellblauen Hintergrund mit einzelnen Farbspritzern malt, geht es bei Julian kunterbunt zu. Als die Stunde vorbei ist, stellen sie überrascht fest: „Die Zeit verging wie im Flug!“ Spaß habe es gemacht, vor allem nach einem anstrengenden Arbeitstag im Büro. „Da kann man direkt seine Aggressionen abbauen“, sagt Kim und lacht.

Die Idee zu Artbeat stammt von Corinna Kalkbrenner, Stefanie Weiß und Julian Seifert. Die drei Freunde tüftelten schon länger an einer Geschäftsidee, die sie nebenberuflich starten konnten. Zunächst stand ein sogenannter Rage Room im Raum, also ein kommerziell betriebener Ort, an dem Menschen ihrer Wut, ihrem Stress und Frust freien Lauf lassen können, indem sie beispielsweise Geschirr und Möbel mit Baseballschlägern zerstören. Das war jedoch schwieriger als gedacht. Schließlich kam die Idee zum Action Painting. „Wir hatten das selbst noch nie gemacht, aber das gibt es in Stuttgart noch nicht und man kann so auch gut abschalten und sich austoben, ähnlich wie in einem Rage Room“, sagt Julian.

In der Charlottenstraße wurde das Trio fündig. In den Räumen eines ehemaligen Solariums können sie bis Ende Februar ihre Geschäftsidee testen.

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