Stuttgart

Trotz Problemen mehr Fahrgäste in Bus und Bahn

Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) zieht eine positive Bilanz für die ersten sechs Monate 2026: Mit rund 183,1 Millionen Fahrten stieg das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr.

Stuttgart - Noch bis zum 11. September ist der S-Bahn-Tunnel zwischen dem Hauptbahnhof und Vaihingen, die sogenannte Stammstrecke, gesperrt – zum sechsten Mal in Folge und mit acht Wochen so lange wie bislang noch nie. Hinzu kommen im Rahmen von Stuttgart 21 zahlreiche weitere baubedingte Sperrungen und Zugausfälle in der Region. Umso überraschender fällt daher die Halbjahresbilanz des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart (VVS) aus.

Von Januar bis Juni 2026 wurden rund 183,1 Millionen Fahrten mit Bus und Bahn unternommen. Das sind rund 2,1 Millionen oder 1,18 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. „Dass wieder mehr Menschen mit Bus und Bahn unterwegs sind, ist ein gutes Signal“ sagt VVS-Geschäftsführerin Cornelia Christian, „trotz der vielen Baustellen und der damit verbundenen Einschränkungen“.

Das zeige, „dass der öffentlichen Nahverkehr für viele Menschen fest zum Alltag gehört und sich das Deutschland-Ticket großer Beliebtheit erfreut“. Denn nach wie vor sind die Abonnements bei den Kunden am gefragtesten. Rund 85 Prozent aller Fahrten wurden mit dem D-Ticket zurückgelegt. Das macht mit Abstand den größten Anteil des Anstiegs der Fahrten mit Dauerkarten um 1,98 Prozent aus, und auch im Ausbildungsverkehr steigerte sich der Anteil um 0,55 Prozent.

Der Verkauf von Einzeltickets ging hingegen um 1,78 Prozent zurück. Entsprechend groß bleibt die Nachfrage nach den Abonnements. Ende Juni zählte der VVS insgesamt 611.831 Monats- und Jahrestickets. Eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 9000 Abos und 1,5 Prozent. Darunter sind rund 286.000 klassische Deutschland-Tickets, aber auch rund 198.000 Monatskarten für Schüler und Auszubildende sowie 124.000 Firmen-Abos.

Preiserhöhung des D-Tickets

Eine kleine Delle in der Entwicklung gab es zu Jahresbeginn. Die Zahl der Abonnenten sank deutlich um 4,9 Prozent, was laut VVS auf die Preiserhöhung des D-Tickets von 58 auf 63 Euro zurückzuführen sei. Zwar stieg die Zahl der Abos von Monat zu Monat wieder an, das Dezember-Niveau konnte bislang aber noch nicht wieder erreicht werden. Dennoch bleibe das D-Ticket eine wichtige Säule des öffentlichen Nahverkehrs.

„Eine dauerhaft hohe Nachfrage ist aber kein Selbstläufer“, sagt der zweite VVS-Geschäftsführer, Jan Neidhardt. Entscheidend sei, weiter ein attraktives Angebot zu schnüren, um den Zugang zum öffentlichen Nahverkehr weiter so einfach wie möglich zu machen. „In Zeiten angespannter Haushalte ist das zunehmend eine Herausforderung.“

Tagesticket attraktiver für Familien

Zwar wurden zum 1. September die VVS-Tarife aufgrund gestiegener Kosten bei den Verkehrsunternehmen um durchschnittlich 5,95 Prozent erhöht. Gleichzeitig wird aber unter anderem das Tagesticket attraktiver für Familien: Wer es kauft, kann künftig bis zu drei Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren kostenlos mitnehmen. „Gerade Familien wollen wir den Umstieg auf Bus und Bahn erleichtern“, sagt Cornelia Christian.

Auch digital wird der Einstieg einfacher. Mit CiCoBW (Check-in/Check-out Baden-Württemberg) können Fahrgäste spontan mit Bus und Bahn fahren. In der VVS-App genügt ein Wisch zum Einchecken. Nach der Fahrt checken Fahrgäste wieder aus – der passende Fahrpreis wird automatisch ermittelt. Im Rahmen einer Aktion der Stuttgarter Straßenbahnen AG zahlen Fahrgäste noch bis zum 31. Oktober nie mehr als 63 Euro, den Preis des D-Tickets. Danach sind weitere Fahrten im jeweiligen Monat kostenlos.

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