Stuttgart

Steinböcke in die Alpen gebracht

Zwei Tiere aus der Wilhelma wurden ausgewildert, um die Bestände in Österreich genetisch zu stärken.

Stuttgart - Zwei in Stuttgart geborene Alpensteinböcke leben seit dieser Woche in den österreichischen Alpen. Die beiden Tiere aus der Wilhelma wurden gemeinsam mit acht weiteren Artgenossen in den Hohen Tauern ausgewildert. Die Aktion soll dazu beitragen, bestehende Populationen zu stärken und deren genetische Vielfalt zu sichern.

Die beiden weiblichen Steinböcke kamen 2024 in Stuttgart zur Welt. Für die Reise nach Österreich wurden sie in spezielle Transportkisten verladen und in einem klimatisierten Fahrzeug gefahren. Am Zielort im Gebirge öffneten die Helfer die Kisten der insgesamt zehn Tiere aus vier europäischen Zoos gleichzeitig, um sie in die Freiheit zu entlassen. Die Wilhelma hat seit 1994 bereits 25 ihrer nachgezüchteten Steinböcke für solche Projekte zur Verfügung gestellt.

Grundvoraussetzung für jede Auswilderung sei, dass die Ursachen für den früheren Rückgang einer Art behoben sind, sagte Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin. Beim Alpensteinbock sei das der Fall, da sein Lebensraum weitgehend intakt sei und er nicht mehr verfolgt werde. Die Art war bis Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Jagd fast ausgerottet worden. Ein Restbestand von rund 60 Exemplaren überlebte damals im italienischen Nationalpark Gran Paradiso. Dank strenger Schutzmaßnahmen und gezielter Ansiedlungen finden sich den Angaben zufolge heute wieder mehr als 50.000 Steinböcke im gesamten Alpenraum.

Datenschutz-Einstellungen