Stuttgart - Ein tonnenschweres Gespann hat einen Teil der Autobahn bei Stuttgart am Freitag lahmgelegt. Der Schwertransport hatte einen riesigen Flügel eines Windrades geladen, der in den Schwarzwald nach Blumberg gebracht werden sollte. Gegen 0.30 Uhr in der Nacht zum Freitag fuhr das Gespann nach Informationen der Polizei am Kreuz Stuttgart von der A8 auf die A81 weiter in Richtung Böblingen/Sindelfingen und Singen. In der Überleitung blieb der Zug, der zur Sicherung von einem Transporter begleitet wurde, dann stecken.
Offenbar gab es ein Problem mit dem sogenannten Nachläufer. Dabei handelt es sich um den hinteren Teil des Gespanns, das durch die Ladung – also den Flügel, der rund 30 Tonnen wiegt – verbunden ist. Laut dem Hersteller wird diese Art von Konstruktion auch genutzt, um große Bauteile für Türme und Brücken zu transportieren.
Die Bergung zieht sich über Stunden bis in die Nacht
Am Freitagvormittag waren drei Mitarbeiter der Spedition emsig damit beschäftigt, das Problem zu beheben. Es wurde eifrig telefoniert und mit allerlei Werkzeug versucht, den hinteren Teil des Gespanns wieder flott zu bekommen. Einen Kran brauche es nicht, gaben die Männer nur zu wissen, ehe sie mit der Reparatur weitermachten. Dem Anschein nach hatte sich an dem Teil, das den Flügel mit dem fahrbaren Untersatz verbindet, etwas verkeilt.
Polizisten waren ebenfalls vor Ort. Am Morgen war nach Auskunft der Polizei ein Fahrversuch unternommen worden, der führte aber offenbar nicht zu dem Ergebnis, dass die Fahrt gefahrlos hätte fortgesetzt werden können. Die Spedition äußerte sich auf Nachfrage unserer Redaktion zunächst nicht.
An der Stelle, an der der Schwertransport festhing, ist die Überleitung zweispurig, der Zug stand auf der rechten der beiden Fahrbahnen. Autos wären wohl schon noch daran vorbei gekommen. Offenbar war das Risiko aber zu groß, sodass die Polizei die Abfahrt komplett dicht machte.
Auch am Nachmittag war die Abfahrt weiterhin gesperrt, die Polizei ging zu diesem Zeitpunkt immer noch davon aus, dass die Bergung möglicherweise bis in die Nacht zum Samstag dauern würde. Das bestätigte auf Nachfrage eine Sprecherin der Autobahn GmbH. „Das Fahrzeug wird derzeit repariert und soll heute Nacht fahrbereit sein“, sagte Petra Hentschel. „Die Abfahrt heute Nacht wird von der Polizei überwacht. Die Autobahnmeisterei wird ebenfalls vor Ort sein.“
Immer wieder gibt es Unfälle mit Windrad-Flügeln
Weil gegen 10.30 Uhr zudem auf der A8 in Richtung München – wenige Meter nach der Sperrung – ein Mercedes und ein Skoda auf der linken Spur zusammenstießen, stockte der Verkehr zusätzlich. Der Stau erreichte laut ADAC am Mittag eine Länge von rund drei Kilometern. Unfälle mit Transporten dieser Art passieren immer wieder. Mitte Juni kippte ein Laster am Dreieck Stuhr in Niedersachsen um und verlor ein Modul einer Windkraftanlage. Das tonnenschwere Segment rollte auf eine Wiese, der Lasterfahrer wurde verletzt. Im Januar war ein Gespann bei Bad Wildbad im Schwarzwald verunglückt. Der Nachläufer kam dabei von der Fahrbahn ab. Wie am Freitag in Stuttgart war die Ursache wohl ein technischer Defekt.

