Stuttgart - Nach Übergriffen im Inselbad hat eine Gruppe junger Männer im vorigen Jahr das Dach des Kassenhäuschens erklommen, ein Transparent enthüllt und Rauchtöpfe gezündet. Die Schrift auf dem Spruchband „Remigration für sichere Freibäder“ legte nahe, dass sie politisch rechts motiviert sind. Drei tatverdächtige Männer haben die Ermittelnden ausfindig gemacht. Die Staatsanwaltschaft hat nun gegen sie Anklage erhoben wegen des Verdachts der Volksverhetzung, des Hausfriedensbruchs und des Verstoßes gegen das versammlungsrechtliche Vermummungsverbot. Die Beschuldigten waren zur Tatzeit 20, 23 und 25 Jahre alt.
Die Männer hatten mit ihrer Aktion offensichtlich auf mehrere Übergriffe auf Frauen und Mädchen reagiert, die sich zu Beginn der Freibadsaison im Inselbad ereignet hatten. Die Taten hatten Aufsehen erregt, da sie in kurzen Abständen geschehen waren. Das Pfingstwochenende Anfang Juni war 2023 das erste heiße Wochenende gewesen. Vier Fälle ereigneten sich im Inselbad, einer im Freibad Vaihingen. Mehrere Tatverdächtige hatten ausländische Wurzeln. Die Sicherheitskräfte wurden danach aufgestockt, auf bis zu zwölf Mitarbeitende. Dadurch blieb es im Rest der vergangenen Freibadsaison ruhig. Wer bei sexuellen Übergriffen erwischt wird, wird mit einem unwiderruflichen Hausverbot für Stuttgarts Bäder belegt.
