Stuttgart

Radfahrer niedergestochen: Duo verdächtig

Ein 43-jähriger Radler ist bei einem Angriff am Cannstatter Wilhelmsplatz lebensgefährlich verletzt worden. Drei Wochen später melden Kripobeamte einen Ermittlungserfolg.

Stuttgart - War es ein gescheiterter Raubversuch? Oder nur blindwütige Gewalt? Die Stuttgarter Polizei ist nach dem fast tödlichen Angriff auf einen Radfahrer in Bad Cannstatt am 17. Juli der Antwort ein Stück näher gekommen. Wie jetzt zu erfahren war, haben die Ermittler zwei Tatverdächtige festgenommen. Dabei war ein Spezialeinsatzkommando (SEK) aus Göppingen im Einsatz. Gegen die beiden 19-Jährigen wurde Haftbefehl wegen eines versuchten Tötungsdelikts erlassen.

Der Vorfall ereignete sich an einem späten Freitagabend, Alarmierungszeit etwa 23.10 Uhr, vor der Filiale einer Bäckerei an der Ecke Bahnhofstraße und Wilhelmsplatz. In dem Fußgängerbereich war ein 43-Jähriger mit seinem Fahrrad unterwegs, als er von zwei jungen Männern angegriffen und vom Rad gezerrt wurde. Damit endete der Angriff aber nicht. Als der Mann am Boden lag, stachen die Angreifer zudem auf ihr Opfer ein. Wie die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst vage formulierte, „mit einem spitzen Gegenstand“.

Vorausgegangen war eine Auseinandersetzung am Wilhelmsplatz. Über die Hintergründe des Streits gibt es keine Angaben, auch die Beschuldigten dürften hierzu geschwiegen haben. Das Opfer musste von einem Notarzt behandelt und in einem Krankenhaus operiert werden – denn die Verletzungen waren lebensgefährlich.

Für die ermittelnden Kripobeamten war die Täterbeschreibung zunächst nicht besonders hilfreich: Die Angreifer sollten etwa 20 Jahre alt und 1,70 bis 1,80 Meter groß gewesen sein und schwarze Oberbekleidung getragen haben. „Umfangreiche Ermittlungen“, so Polizeisprecher Tobias Kutter, hätten dann aber doch auf ihre Spur geführt.

Die beiden 19-Jährigen wurden in ihren Wohnungen dingfest gemacht. Dabei wurden auch Mobiltelefone und andere Speichermedien sichergestellt, die ausgewertet werden. Beide sitzen in Untersuchungshaft.

Ob Raub oder Gewalt: An jenem Wochenende hatte es die Polizei nicht nur einmal mit rätselhaften Angriffen zu tun. Etwa fünf Stunden nach dem Cannstatter Vorfall entdeckte ein Sicherheitsmitarbeiter in der Innenstadt ein anderes Opfer. Ein 38-Jähriger lag um 4.10 Uhr im Bereich Bolzstraße und Königsbau auf dem Boden – und hatte jede Erinnerung an ein vorausgegangenes Ereignis verloren. Offenbar war er Opfer eines Raubüberfalls geworden. Sein Smartphone, 100 Euro Bargeld und Kopfhörer waren verschwunden. Am 19. Juli traf es einen 26-Jährigen in der Esslinger Straße in der Innenstadt. Gegen 3.30 Uhr wurde er von zwei Männern angesprochen, die er zunächst ignorierte – bis er mit Schlägen gegen den Kopf niedergestreckt wurde. Die Täter erbeuteten die Umhängetasche samt Geldbeutel.

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