Stuttgart - Neben Schlager dröhnt House aus den Boxen, zur Maß Bier gesellen sich Champagner und Longdrinks: Nicht nur im Nachtleben orientieren sich Veranstalter um, um neue Zielgruppen anzusprechen – auch auf dem Cannstatter Wasen etabliert sich seit Jahren eine Art Parallelwelt des Feierns. Gemeint sind die separaten Clubbereiche inmitten der Festzelte, in denen das Wasenvolk noch weiterfeiern kann, wenn im übrigen Zelt schon das Licht angeht.
House trifft Schlager: Club Diskowirt eröffnet im Benz-Festzelt
Zum Start des Cannstatter Volksfestes am 25. September gesellt sich ein Neuer zu den Wasen-Clubs, die es in Nina Renoldis Almhütte Royal, in Michael Wilhelmers Schwabenwelt, im Dinkelacker-Festzelt und bei Festwirtin Sonja Merz bereits gibt. Der „Diskowirt“ feiert im Hofbräu-Zelt Beim Benz Premiere.
„Der Wasen lebt von seiner Tradition, aber genauso davon, dass er sich immer wieder weiterentwickelt“, sagt Festwirt Marcel Benz. „Mit dem Diskowirt schaffen wir einen Bereich, der genau diese beiden Welten zusammenbringt.“ Hinter der Clubbox, die in der ehemaligen Hofbräu-Loge – vom Zelteingang gesehen ganz hinten rechts – künftig Gäste empfängt, stehen Benz-Betriebsleiter Mathis Sontheimer und der Stuttgarter Veranstalter und Gastronom Denis Gugac, der in der Innenstadt den Club Zubrovka und die Bar Comodo Studios betreibt. Ein Neuling ist Gugac auch auf dem Wasen nicht: Im Festzelt von Sonja Merz betreibt der Gastronom bereits die Schatzi-Bar. „Mit dem Diskowirt möchten wir eine neue, jüngere Zielgruppe ansprechen“, erklärt er. Entsprechend gestalten die Macher auch das Programm. Das Motto bei Benz: Die Tradition bleibt, der Sound wird angepasst. „Wir vereinen klassische Schlager-Hits, die man vom Wasen kennt, mit moderner, aktueller Party-Musik – mit allem, was gerade auch in den Clubs gefragt ist, wie zum Beispiel House.“
Mit einem Konzept wie diesem will Denis Gugac auch den ehemaligen Perkins Park am Killesberg, der jetzt nur noch „The Park“ heißt, in eine Top-Adresse für House-Partys in Stuttgart verwandeln und dem Club so ein neues – und vor allem modernes – Image verpassen. Ab dem kommenden Wochenende geht es los.
Doch zurück nach Cannstatt: Im Diskowirt auf dem Wasen können Gäste künftig entweder (Steh-)Tische reservieren oder auch spontan vorbeikommen. „Es wird ausgewählte Veranstaltungen mit Einzel-Mindestverzehrkarten geben“, so Gugac. Je nach Platzierung in der Clubbox kostet eine Tischreservierung inklusive Mindestverzehr zwischen 80 und 150 Euro pro Person.
Länger feiern als im Zelt – mit Longdrinks und Champagner
Ein konkreter Bestandteil des neuen Konzepts ist laut Festzelt-Betreiber das Entertainment. Neben diversen DJs, die auflegen, soll es künftig auch Themenabende und besondere Specials geben. Und auch fürs leibliche Wohl ist gesorgt. Neben Drinks werden im Diskowirt auch Speisen, nämlich die „Klassiker des Festzelts“, auf einer etwas kleineren Karte angeboten, erklärt Gugac. Darunter etwa Schnitzel, Kässpätzle oder Currywurst. Zur klassischen Maß Bier gesellen sich Longdrinks sowie Champagner. Gefeiert werden kann im Clubbereich dann bis Mitternacht.
Optisch und was den Auftritt betrifft, gehen Sontheimer und Gugac mit dem Diskowirt keine eigenen Wege, sondern orientieren sich an der Benz-Welt. Gleichzeitig setze sich die Clubbox bewusst vom klassischen Festzeltbereich ab, heißt es seitens Benz. Der Club vermittle einen modernen, urbanen Charakter. Entsprechend feiern Wasen-Besucher in dort künftig im creme-grün- und korallfarben gehaltenen Interieur, das die Stuttgarter Designagentur Hochburg auch für das Festzelt entwickelt hat. „So wirkt der Diskowirt eigenständig“, heißt es seitens der Agentur. Gleichzeitig bleibe er klar im Umfeld von Beim Benz verankert. Damit die Tradition bleibt, man aber dennoch mit der Zeit geht.

