Stuttgart

Neuer ICE macht einen Bogen um Stuttgart

Die DB setzt zwischen Stuttgart und dem Allgäu im Fernverkehr auf ICE-Züge neuester Generation – und streicht den Halt in Stuttgart.

Stuttgart - Seit dem Wochenende ist es erst einmal wieder vorbei mit umsteigefreien Bahnverbindungen von Stuttgart ins Allgäu. Der IC Allgäu, der vom Ruhrgebiet kommend den deutschen Südwesten mit der Ferienregion in Bayern verbindet, ist dann Geschichte. Die Deutsche Bahn setzt seit Sonntag auf der Strecke ihr jüngstes Mitglied in der Fernverkehrsflotte, den ICE L, ein. Damit verschwinden die in die Jahre gekommenen IC-Wagen und der Name der Verbindung.

Auch wenige Tage vor der Umstellung ist man bei der DB allerdings vorsichtig mit Prognosen. Voraussetzung für den Einsatz des neuen Zuges sei „die rechtzeitige Fertigstellung der derzeit laufenden Umbaumaßnahmen an der Infrastruktur“, sagt ein Bahnsprecher. Und die zahlreichen Baustellen an den Gleisen der Region Stuttgart sind auch der Grund dafür, dass der neuste ICE erst einmal einen Bogen um den Stuttgarter Hauptbahnhof macht. „Grund für die Umfahrung des Stuttgarter Hauptbahnhofs sind die zahlreichen Infrastrukturmaßnahmen im Knoten Stuttgart“, so der Bahnsprecher.

Im Klartext: Stuttgart verliert seine umsteigefreie Bahnverbindung in die Urlaubsregion in Bayern. Das war auch in der Vergangenheit immer mal wieder der Fall, wenn technische Unzulänglichkeiten oder Baustellen den „Allgäu“ über längere Zeiträume ausfallen ließen. Die „Neue Zürcher Zeitung“ versah die Verbindung jüngst gar mit der zweifelhaften Auszeichnung, „der unzuverlässigste Zug der DB“ zu sein.

Zug hält in Vaihingen/Enz und Esslingen

Ob sich das Renommee mit dem Einsatz der neuen Züge bessert, bleibt abzuwarten. Die DB setzt auf die Barrierefreiheit des ICE L. „Der stufenlose Einstieg ist gerade auf den touristischen Verbindungen wie nach Oberstdorf ein wichtiges Merkmal, da so auch der Einstieg mit viel beziehungsweise großem Gepäck erleichtert wird“, sagt der Bahnsprecher. In diesen Genuss kommen Reisende ab Stuttgart aber zunächst nicht. In der Region macht der Zug vorläufig nur in Vaihingen/Enz und in Esslingen Halt.

Zumindest ein halbes Jahr lang bleibt das so. Für den von Mitte Dezember an geltenden neuen Fahrplan strebe die DB „aktuell an, den Stuttgarter Kopfbahnhof anzufahren“, so der Bahnsprecher. Das sei allerdings abhängig von der Trassenvergabe durch die Infrastrukturtochter der Deutschen Bahn.

Und auch der ICE L selbst, ein Produkt des spanischen Bahnherstellers Talgo, bringt noch nicht alles für den Einsatz in einem Kopfbahnhof mit, bei dem die Fahrtrichtung des Zuges geändert wird. Das Konzept sieht vor, dass der Zug an einem Ende eine Lok und am anderen Ende einen antriebslosen Steuerwagen hat, in dem sich ebenfalls ein Führerstand befindet. So kann der Zug gezogen oder geschoben werden, ein Lokwechsel in Kopfbahnhöfen entfällt. Allerdings fehlt dem Steuerwagen weiterhin die Zulassung.

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