Stuttgart

Neue Weinsteige: Sanierung dauert erheblich länger

Die Instandsetzung der stark befahrenen Straße hinkt dem Zeitplan hinterher – nicht nur wegen einer Firmenpleite. Einschränkungen bleiben noch lange bestehen.

Stuttgart - Mit Bauvorhaben, die sich verzögern, haben Stuttgarterinnen und Stuttgarter Erfahrung. Weit weniger prominent als Stuttgart 21, aber auch die täglichen Abläufe erschwerend, ist die Sanierung der Neuen Weinsteige zwischen dem Ernst-Sieglin-Platz und der Altenbergstaffel. Und wie der Bahnhof hat auch die vergleichsweise schlichte Maßnahme große Verspätung angehäuft. In immer neuen Bauabschnitten saniert dort die Stadt die Stützmauern, die die viel befahrene Bundesstraße entlang des Hangs stabilisieren. Die im Herbst 2025 bekannt gewordene Insolvenz des beauftragten Bauunternehmens im aktuellen Bauabschnitt zwischen den Hausnummern 57 und 67 hat zusätzlichen Verzug bewirkt.

Terminliche Schieflage

Seit Mai hat ein neues Unternehmen den Auftrag übernommen, Ende des Jahres sollen die seit Sommer 2025 gesperrten Fahrspuren wieder zur Verfügung stehen, Restarbeiten folgen 2027. Allerdings kann das nicht der alleinige Grund für die terminliche Schieflage des Vorhabens sein. Als die Stadtverwaltung im Januar 2021 die Pläne im Gemeinderat vorstellte, legte sie auch eine Zeitschiene vor. Die damals noch verbliebenen vier Bauabschnitte sollten zwischen 2021 und 2023 abgearbeitet werden.

Das Segment, das als letztes im Jahr 2023 hätte fertig werden sollen, ist noch nicht einmal in Arbeit. Die Stadt plant langfristig. „Voraussichtlich ab Frühjahr 2028 wird der letzte Bauabschnitt umgesetzt“, teilt ein Rathaus-Sprecher die Einschätzung des zuständigen Tiefbauamts mit. Damit beginnen dort die Arbeiten gut fünf Jahre nach dem einst prognostizierten Fertigstellungstermin.

Wie den Verkehr aufrechterhalten?

Der noch ausstehende Abschnitt ist der längste des ganzen Projekts. Aber nicht allein die Dimensionen sind sein Alleinstellungsmerkmal. Auch die Frage, wie der Verkehr trotz Bauarbeiten aufrechterhalten werden kann, ist kniffliger als in anderen Teilen des Gesamtprojekts. „Die Nähe des Baufeldes des Bauabschnitts zur Kreuzung am Ernst-Sieglin-Platz stellt an die Planung der verkehrlichen Abwicklung besondere Anforderungen“, erklärt der Stadtsprecher.

Das genaue Prozedere soll im Zuge der Vergabe der Arbeiten festgelegt werden. „Das detaillierte Verkehrskonzept wird im Rahmen der Ausschreibungsplanung noch erstellt“, sagt der Stadtsprecher.

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