Stuttgart

Nachruf: Gründer mit Herz für den Mittelstand

Nachruf: Gründer mit Herz für den Mittelstand

  • Unternehmensgründer Eckart Ebner ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Das Archivfoto entstand wenige Jahre nach seinem Ausscheiden aus der Kanzlei.Foto: RSM Ebner Stolz

    Unternehmensgründer Eckart Ebner ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Das Archivfoto entstand wenige Jahre nach seinem Ausscheiden aus der Kanzlei.Foto: RSM Ebner Stolz

Stuttgart - Ein Menschenfänger im positiven Sinne sei Eckart Ebner gewesen, sagt der langjähriger Weggefährte und ehemalige Kanzlei-Partner Wolfgang Russ. Ebner habe die Fähigkeit gehabt, komplexe und schwierige Zusammenhänge überzeugend zu erklären und das Vertrauen der Menschen – egal ob Banken oder Mandanten – zu gewinnen.

Vergangene Woche ist Eckart Ebner, der 1974 die Keimzelle für RSM Ebner Stolz gründete und bis zu seinem Tod in Stuttgart lebte, kurz vor seinem 88. Geburtstag gestorben, wie das Unternehmen mitteilte. Ebner hinterlässt Familie und drei Töchter.

Der gebürtige Badener Eckart Ebner kam nach Abschluss seines Studiums nach Stuttgart, wo er zunächst als Wirtschaftsprüfer arbeitete. 1974 gründete er eine eigene Kanzlei – allein mit einer Sekretärin, zwei Jahre später trat Hansjörg Stolz bei.  „Mutig, ein Unternehmer durch und durch mit Charme und Charisma“, sagt Holger Jenzen, Partner bei Ebner Stolz über den Gründer.

Ebners  Werte und sein Geist leben im Unternehmen, dem er auch nach seinem Ausscheiden 1996 eng verbunden blieb, weiter. Ebners Anspruch sei nicht nur gewesen, Probleme zu lösen, sondern initiativ die Unternehmen weiterzubringen.  Von bürokratischen und verkrusteten Strukturen hielt  er nichts,  setzte in der Kanzlei vielmehr von jeher auf gleichberechtige Partnerschaft und Vertrauen. „Dieses Unternehmertum hat er uns in die Wiege gelegt. Wir haben bis heute keine Vorstandsstruktur“, beschreibt es Russ.  Auch die Einbindung der nächsten Generation war Ebner wichtig, nach dem Motto: „Lass uns frühzeitig die eigenen Nachfolger so organisieren, dass wir nicht einen Bruch haben.“

Der Fokus der Beratung lag von jeher auf dem schwäbischen Mittelstand, zu dem beispielsweise namhafte Firmen wie Stihl oder Roto Frank gehören. Lange war das Unternehmen eine reine Stuttgarter Kanzlei. Am 1. Juli 1990, dem Tag der Währungsunion, tat man den ersten Schritt außerhalb der baden-württembergischen Landesgrenzen und ging nach Leipzig. „Doch den Mittelstand, den wir suchten, gab es da nicht“, erinnert sich Weggefährte Russ. Das schreckte aber Eckart Ebner nicht ab. Er und seine Mitstreiter haben dort dann dort mit den sogenannten „BMW-Kunden“ angefangen, das Kürzel , das für Bäcker, Metzger und Wirte steht.

RSM Ebner Stolz hat aktuell  mehr als 3000 Beschäftigte und machte 2025 über 535 Millionen Euro Umsatz. Die von Ebner mitgegründete Kanzlei war zusammen mit anderen eine der Keimzellen für die heutige Gesellschaft RSM Ebner Stolz, die  allein in Deutschland 15 Standorte hat, der größten am Stammsitz Stuttgart.

Am 11. September wurde Eckart Ebner im Familienkreis beigesetzt.

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