Stuttgart

Millionen Kilowattstunden Strom sparen

LED-Technik: Die Stadt Stuttgart senkt den Stromverbrauch ihrer Straßenbeleuchtung weiter deutlich.

  • Bei der Beleuchtung von Straßen, Wegen und Plätzen setzt die Stadt auf LED-Technik – hier die Stadtbücherei.Foto: Lg/Christoph Schmidt

    Bei der Beleuchtung von Straßen, Wegen und Plätzen setzt die Stadt auf LED-Technik – hier die Stadtbücherei.Foto: Lg/Christoph Schmidt

Stuttgart - Die Stadt Stuttgart treibt die Umrüstung ihrer Straßenbeleuchtung voran. Bis zum Jahr 2030 soll die Umrüstung auf LED-Technik abgeschlossen sein. „Bis dahin sind wir durch“, sagte Tiefbauamtsleiter Jürgen Mutz im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik.

Aus dem neuen Jahresbericht zur Straßenbeleuchtung geht hervor, dass die Stadt im vergangenen Jahr 4469 Bestandsleuchten erneuert oder ergänzt hat, der LED-Anteil stieg damit auf 57,3 Prozent. Der fortlaufende Austausch alter Leuchten sowie der Wechsel auf digitale Schalttechnik, nächtliche Dimmung und bewegungsabhängige Steuerung zeigen Wirkung. 2025 sank der Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung auf 15,6 Millionen Kilowattstunden, rund sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Seit 2009 hat sich der Verbrauch damit um mehr als 42 Prozent verringert.

Als ein Beispiel wurde die Fußgängerunterführung am Wangener Marktplatz genannt. Sie ist ein offizieller Schulweg. „Im Zuge der Umgestaltung wurde dies gestalterisch hervorgehoben. Dabei wurde auch die Beleuchtung erneuert und mit Bewegungsmeldern ausgerüstet. Dadurch wird eine Einsparung von 40 Prozent erwartet“, heißt es in dem Bericht. Im Masterplan Stadtbeleuchtung legt die Stadt fest, wo künftig dauerhaft beleuchtet, gedimmt oder bewusst auf Licht verzichtet wird. Hintergrund sind gesetzliche Vorgaben des Landes, wonach öffentliche Beleuchtungsanlagen bis 2030 grundsätzlich auf insektenfreundliche Technik umgerüstet werden müssen.

Diskussionen löste im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik die Abschaltung der Straßenbeleuchtung außerorts aus. „Beispielsweise an der Wagrainstraße in Hofen“, kritisierte der FDP-Stadtrat Cornelius Hummel. „Auf dem Weg zur Stadtbahnhaltestelle ist es im Bereich zwischen Aubrücke und dem Stuttgart Cannstatter Ruderclub nachts zappenduster. Das ist kein Zustand.“ Ihm erschließe sich nicht, dass man mit solch einer Maßnahme das Wohlbefinden der Bürger so negativ beeinflusse.

„Wir müssen Kompromisse finden“, sagte Mutz zur Erklärung. „Zwischen Naturschutz, dem Energieverbrauch und dem Sicherheitsempfinden der Bevölkerung. Wir haben verschiedene Möglichkeiten zwischen diesen Kriterien abzuwägen und nutzen unseren Spielraum.“ Anfragen aus den Bezirken würden geprüft, könnten aber nicht immer positiv beschieden werden.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander Kotz appellierte in Richtung des Tiefbauamtsleiters, dass man „lieber eine Straßenlampe mehr anlassen als abschalten sollte“. Es gebe gesetzliche Auflagen, aber die Stadt solle ihren Ermessensspielraum ausnutzen und nicht mit vorauseilendem Gehorsam agieren. „Es zählt auch zur Lebensqualität, sich sicher zu fühlen“, sagte Kotz, mit Blick auf die Abschaltung außerorts.

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