Stuttgart

Mehr Sprinter zwischen Berlin und Stuttgart?

Bisher fährt nur ein ICE-Sprinter pro Tag zwischen Stuttgart und Berlin und schafft die Strecke in unter fünf Stunden. Ab Dezember könnten es drei sein. Die Bahn schweigt noch.

Stuttgart - Baut die Deutsche Bahn (DB) das ICE-Sprinter-Angebot zwischen Stuttgart und Berlin zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember aus? Entsprechende Gerüchte sind in einer Eisenbahn-Fachzeitschrift aufgetaucht. Wenn sich diese bewahrheiten, gibt es von 13. Dezember an drei Sprinterverbindungen zwischen Neckar und Spree. Heute ist nur ein beschleunigtes Zugpaar zwischen der baden-württembergischen Landes- und der Bundeshauptstadt unterwegs.

Die DB will sich noch nicht in die Karten schauen lassen. Ein Sprecher sagt, man werde „sich – wie üblich – erst Mitte Oktober gesamthaft zum neuen Jahresfahrplan äußern, wenn die Verbindungen des nächsten Jahres in der elektronischen Fahrplanauskunft abgebildet sind“.

Das neue Angebot gibt es seit Dezember vergangenen Jahres. Die Sprinter halten zwischen Stuttgart und Berlin nur in Nürnberg. Die üblichen ICE-Verbindungen aus dem Südwesten in die Hauptstadt nehmen den Weg via Frankfurt. Sie sind eine Stunde länger unterwegs als die Sprinter, die vom Start in Stuttgart bis zum Ziel in Berlin lediglich vier Stunden und 45 Minuten benötigen.

Zwischenzeitloch drohte dem Angebot ein schnelles Aus, weil zahlreiche Baustellen in Berlin dem Bahnverkehr zu schaffen machten. Schlussendlich blieb aber die morgendliche schnelle Verbindung bestehen.

Neben der Angebotsausweitung könnte es auch zu einer Änderung der Route kommen. Heute nimmt der Sprinter zwischen Stuttgart und Nürnberg den Weg über die Murrbahn via Backnang und Schwäbisch Hall. Wegen des morgendlichen Sprinters musste der Fahrplan für den Regionalverkehr geändert werden, was deutliche Unmutsäußerungen in der Region hervorrief.

Weil wegen des Ausbaus der B14 bei Backnang der Eisenbahnverkehr dort 2027 mit Einschränkungen zu kämpfen haben wird, könnte das verdichtete Sprinterangebot stattdessen über die Remsbahn und damit via Schorndorf, Aalen und Ellwangen geführt werden. In Crailsheim treffen die beiden Varianten wieder aufeinander.

„Wir bitten um Verständnis, dass wir auf Detailaspekte vorher nicht eingehen“, erklärt der DB-Sprecher unter Hinweis auf die offizielle Kommunikation, die Mitte Oktober beginnen soll. Allerdings unterstrich der Konzern bereits im Frühjahr die Wichtigkeit des neuen Angebots – auch weil die Sanierungsarbeiten am maroden Netz weitergehen. „Im kommenden Fahrplanjahr sieht DB Fernverkehr aufgrund großer Baueinschränkungen auf der Achse Stuttgart–Frankfurt–Berlin eine steigende Bedeutung in attraktiven Sprinterfahrten via Nürnberg“, erklärte eine Bahnsprecherin im Frühjahr.

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