Stuttgart - Vergangenen Freitag war bekannt gegeben worden, dass der Landespresseball, der seit 1959 in der Stuttgarter Liederhalle ausgetragen worden ist, mit seiner diesjährigen Ausgabe ins Mercedes-Benz- Museum nach Stuttgart-Bad Cannstatt zieht. Damit ist eine grundlegende Veränderung kurz vor dem Vorverkaufsstart Ende Juli publik gemacht worden, die auch ganz anders hätte ausfallen können. Denn man hatte sich noch bei seiner letzten Ausgabe im vorigen Jahr gefragt, ob er bei gleichzeitig steigenden Kosten und sinkenden Erlösen überhaupt weiterhin stattfinden kann.
Abschied von der Liederhalle
„Das Thema Kosten hat uns nach der Pandemie immer umgetrieben, ganz klar“, sagt Simone Schüle, die Vorsitzende der Ballkommission. Doch sie betont auch, dass mehrere Faktoren für die Neuaufstellung des Landespresseballs entscheidend gewesen seien: „Kosten zu sparen und die Kapazität anpassen zu müssen, hat mit in unsere Entscheidung reingespielt, war aber nicht ausschlaggebend für die Verlegung.“
Ein Tapetenwechsel sei nach 63 Jahren Landespresseball-Historie schlichtweg nötig gewesen. „Es war Zeit für eine Veränderung“, sagt Schüle. „Und mit dem Mercedes-Benz-Museum haben wir einen Partner gefunden, bei dem schon der gesamte Look ein ganz anderer ist, als der traditionelle Charme der Liederhalle.“
Die moderne Atmosphäre und Architektur, der viele Platz zum Flanieren und die Möglichkeit, den roten Teppich vor der imposanten Kulisse eines der bekanntesten Stuttgarter Wahrzeichen auslegen zu können, seien Pluspunkte bei der Entscheidung für das Mercedes-Benz-Museum gewesen. Viele Alternativen im gewünschten Fassungsvermögen und Ambiente habe es aber auch nicht gegeben, sagt Schüle. „Die Suche nach einer Location hat sich nicht ganz einfach gestaltet.“
Umzug ist nicht die einzige Änderung
Doch das ist nicht die einzige Veränderung zum 64. Landespresseball, der am 13. November unter der erstmaligen Schirmherrschaft des neuen Ministerpräsidenten Cem Özdemir (Grüne) stattfinden wird: Obendrauf ist in diesem Jahr eine Veranstaltungsgesellschaft gegründet worden, die fortan die Verantwortung für die Ausführung des Charity-Events trägt.
Damit sollen die dahinterstehenden Ehrenamtlichen entlastet und die Umsetzung in geschulte Hände gegeben werden. „Hinter dem Landespresseball steckte bisher ein ehrenamtsgetragener Verein. Ein Event dieser Größenordnung braucht aber Strukturen und Veranstaltungsprofis außerhalb vom Ehrenamt“, sagt Schüle.
Landespresseball, Mercedes-Benz-Museum, Mercedesstraße 100, Stuttgart-Bad Cannstatt, 13. November. Weitere Informationen unter: https://landespresseball-bw.de

