Stuttgart

Kommentar: Zupackende Hände sind gefragt

Kommentar: Zupackende Hände sind gefragt

Es ist eine gute Nachricht: für das Handwerk, für die jungen Menschen und auch für das ganze Land. Die Zahl der Ausbildungsverträge im Handwerk nimmt zu. Jeder, der weiß, wie schwer es oft ist, einen Fachmann oder eine Fachfrau zu bekommen, wird das begrüßen. Vor allem aber ist es vernünftig, wenn sich mehr Jugendliche und junge Erwachsene so entscheiden. Denn anders als viele Tätigkeiten am Schreibtisch werden die Jobs auch im Zeitalter von KI sicher sein.

Die alte Erkenntnis, dass Absolventen eines Studiums im Durchschnitt besonders sicher durch das Berufsleben kommen, gilt so nicht mehr. Was sich in den kommenden Jahren etwa für Juristen alles ändern könnte, lässt sich noch nicht genau absehen. Klar ist aber: Wer einen Wasserrohrbruch hat oder eine Wärmepumpe einbauen lassen möchte, braucht Menschen, die etwas von ihrem Handwerk verstehen. Ohne zupackende Hände geht da gar nichts.

Dennoch sollten Handwerk und Politik die positive Entwicklung bei den Ausbildungsverträgen nicht als Selbstläufer betrachten. Betriebe müssen attraktive Bedingungen bieten – sonst wird der Kampf um potenzielle Lehrlinge für sie schwieriger, wenn sich die Lage in wichtigen Industriebranchen hoffentlich etwas erholt. Und Politiker dürfen nicht nur in Sonntagsreden die Duale Ausbildung loben. Sie müssen auch danach handeln, indem sie in die Berufsschulen investieren.

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