Die Folgen des planlosen Kriegs gegen den Iran haben eine neue Dimension erreicht. Sollten die mit dem Mullah-Regime verbündeten Huthis tatsächlich die Meerenge Bab al-Mandab – das „Tor der Tränen“ – einnehmen, wäre der Schaden für den Welthandel und insbesondere für Europa und Deutschland größer als die Blockade der Straße von Hormus. Nicht nur nutzt Saudi-Arabien den Wasserweg durch den Golf von Aden und das Rote Meer seit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran als Ausweichroute für seine Ölexporte. Durch die Meerenge gehen auch mindestens 15 Prozent des gesamten Welthandels. Ohne das Tor der Tränen bliebe nur der Umweg über die Südspitze Afrikas.
Weil US-Präsident Donald Trump die Situation im Jemen zwar befördert hat, aber nicht an einem militärischen Vorgehen gegen die Huthis interessiert ist, ist der Preis für Rohöl an den internationalen Märkten noch einmal deutlich gestiegen.
Die offizielle Regierung des Jemen geht zusammen mit der Regionalmacht Saudi-Arabien seit mehr als 20 Jahren militärisch gegen die als Terrororganisation eingestuften Huthis vor, ohne dauerhaften Erfolg. Für den zarten Aufschwung in Deutschland verheißt die Entwicklung wenig Gutes. Der Verkauf von Waren im Ausland wird schwieriger und das Leben für die Bundesbürger teurer. Das gilt nicht nur für die Preise an der Tankstelle, sondern für beinahe alle Güter des täglichen Bedarfs.
