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Kommentar: Trumps nächster Strohhalm

Kommentar: Trumps nächster Strohhalm

Donald Trump klammert sich an den nächsten Strohhalm. Da der gesetzliche Zeitrahmen für die bisherigen globalen Zölle ausläuft, erfindet der US-Präsident einfach einen neuen Vorwand, die willkürlichen Abgaben zu erheben. Die Begründung ist völlig absurd: Trump wirft unter anderem der Europäischen Union unzureichende Maßnahmen gegen Zwangsarbeit vor. Der US-Präsident will Stärke demonstrieren, zeigt aber allenfalls seine Verzweiflung. Denn Trump ist innenpolitisch geschwächt. Nicht nur sein politisches und wirtschaftliches Irrlichtern haben den USA Schaden zugefügt, er hat das Land zudem in einen sinnlosen Krieg mit dem Iran getrieben. Der nicht zu gewinnende Waffengang verschlingt Milliardensummen und treibt die Preise in die Höhe.

Diese Ausgangslage erklärt auch die entspannte Reaktion der EU. Brüssel ist in einer relativ komfortablen Position. Denn ein weiterer Zollkonflikt mit Europa kurz vor den Zwischenwahlen würde die US-Wirtschaft und damit die Verbraucher hart treffen.

Brüssel hat im Zollstreit längst mögliche Gegenmaßnahmen erarbeitet. Die verschwanden nach der Einigung in Schottland in der Schublade, kommen im Notfall aber wieder auf den Tisch. Gegenzölle auf US-Flugzeuge und Maschinen sind vorbereitet, ebenso Strafabgaben für US-Digitalkonzerne. Politisch ist die von Trump verspottete EU eher Bettvorleger als Löwe, wirtschaftlich ist die geeinte Union aber eine Weltmacht.

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