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Kommentar: Stresstest für Frankreich

Kommentar: Stresstest für Frankreich

Das Ergebnis der Wahl in Frankreich ist eine kleine Sensation. Für den Rassemblement National schien das Erreichen der absoluten Mehrheit in greifbarer Nähe. Doch die rechtsradikale Partei von Marine Le Pen landete am Sonntag nur auf dem dritten Platz. Überraschender Sieger ist das Bündnis der Linken Neue Volksfront. Die Erleichterung ist groß, doch das Ergebnis kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Land der Aufklärung politisch scharf rechts abgebogen ist. Erschreckend viele Menschen haben ihre Stimme einer Partei gegeben, deren Geschäftsmodell auf Hass und Hetze basiert

Emmanuel Macron ist bei dieser Wahl mit einem blauen Auge davongekommen. Seine Partei landete auf dem zweiten Platz. Der Präsident hat das Vertrauen der Wähler verloren. Konnte er mit seinen flammenden Reden anfangs die Franzosen begeistern, erreicht er längst sein Volk nicht mehr.

Offen ist im Moment, wie es in Frankreich weitergeht. Denn die demokratischen Lager haben bereits klargemacht, dass sie nicht in einer Art nationalen Koalition miteinander regieren wollen. Zudem ist die siegreiche Neue Volksfront ein bunt zusammengewürfelter Haufen linker Parteien und Gruppen, die geeint sind durch einen gemeinsamen Gegner: den Rassemblement National von Marine Le Pen. Ob sie allerdings auch konstruktiv zusammenarbeiten können, ist fraglich. Das heißt: Frankreich droht nun der politische Stillstand.

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