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Kommentar: Spanien braucht dringend Hilfe

Kommentar: Spanien braucht dringend Hilfe

Ceuta hat mit knapp 84.000 Einwohnern etwas weniger Bürger als Esslingen – sie leben allerdings zusammengeballt auf nur auf einem Drittel der Fläche. Man braucht nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, was passiert, wenn binnen kürzester Zeit mehrere Zehntausend Flüchtlinge eintreffen. Die spanische Stadt an der nordafrikanischen Küste ist hoffnungslos überfordert. Es ist nicht das erste Mal, dass so viele Flüchtlinge nach Ceuta strömen. Es wird nicht auch nicht das letzte Mal sein.

Mitverantwortlich für dieses Phänomen sind auch die sozialen Medien. Dort wird derzeit ein Urteil des Obersten Gerichtshofes Spaniens so interpretiert, dass jeder, der Ceuta schwimmend erreicht, auch in Europa bleiben darf. Ob das tatsächlich so ist, spielt auf Instagram, TikTok & Co. keine Rolle. Auch in Myanmar und Afghanistan, im Sudan und in der Ukraine haben Halbwahrheiten und Falschinformationen Menschen in ihren Fluchtentscheidungen massiv beeinflusst, fast nie zu deren Vorteil.

Zur Wahrheit gehört aber auch: die eigentlichen Ursachen für die Flucht sind andere. Bewaffnete Konflikte, Verfolgung, schwere Krisen. Und: Der Spagat zwischen Grenzschutz und humanitärer Verpflichtung ist kein spanisches Problem, sondern ein europäisches. Auch wenn sich in der Vergangenheit in diesem Bereich bereits das ein oder andere getan hat, die Bilder aus Ceuta zeigen, dass dies noch lange nicht reicht.

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