Stuttgart

Kommentar: Schwarzmaler müssen umdenken

Kommentar: Schwarzmaler müssen umdenken

War es das mit der Weltuntergangsstimmung? Die deutsche Wirtschaft erholt sich, die Konjunkturerwartungen an die nahe Zukunft werden hochgeschraubt. Alles schwarz zu malen, das lässt sich nach der neuen Prognose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute nicht mehr durchhalten. Künftig braucht es verstärkt den differenzierten Blick auf die Lage der Unternehmen.

Denn der Miniaufschwung steht auf wackligen Füßen. Zwar wirken die schuldenfinanzierten staatlichen Ausgaben in Infrastruktur und Rüstung, die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen leidet jedoch weiterhin. Die großen Branchen sind sehr unterschiedlich von der Erholung betroffen. Drittens ist der weltweite KI-Boom ein hierzulande nicht zu beeinflussender Faktor.

Ökonomen und Verbände rufen nun nach den großen Reformen der Bundesregierung, dann werde sich der Positivtrend verstetigen. Wann diese einsetzen und was sie konkret an Einsparungen bewirken, scheint zweitrangig zu sein. Hauptsache, die Politik signalisiert ihre Fähigkeit, den Staat zu modernisieren, dann fasst auch die Wirtschaft neuen Mut und investiert – so die Hoffnung.

So einfach ist es sicher nicht: So könnten soziale Einschnitte die Verunsicherung der Menschen noch verstärken und den privaten Konsum abwürgen, bevor er in Gang kommt. Die Lage der Wirtschaft ist viel zu schwierig und zu komplex, als dass sie zum Beispiel von einer Rentenreform abhängen würde.

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