Seit Jahren bekommen Menschen fast auf der ganzen Welt weniger Kinder, als sie sich wünschen. Die Idealvorstellung liegt hierzulande im statistischen Durchschnitt bei 2,2 Kindern – die tatsächliche Geburtenrate aber fast ein Kind darunter, Tendenz sinkend. Wunsch und Wirklichkeit klaffen auseinander. Nun schrumpft auch noch der Kinderwunsch bei den 18- bis 39-Jährigen, wie eine neue Auswertung des Familiendemografischen Panels des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zeigt. Statistisch gesehen wünschen sich Männer im Durchschnitt nur noch 1,6 Kinder, Frauen 1,7.
Ausschlaggebend dafür seien Zukunftssorgen angesichts globaler Krisen, aber auch die Bedingungen vor Ort. Überraschend kommt das Aufschieben oder Absagen des Kinderwunsches nicht. Die Zufriedenheit mit dem Betreuungsangebot ist zwar gewachsen. Doch junge Menschen sorgen sich um Wohnungsangebot und Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten. Auch eine UN-Befragung zeigt, dass die wichtigsten Voraussetzungen für Elternschaft finanzielle Sicherheit und sichere Beschäftigung seien.
Es gibt also Hebel: Die Regierung muss mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen – und sollte vielleicht auch noch einmal die Gesundheitsreform hinsichtlich einer gesicherten Vorsorge für Schwangere überarbeiten. Arbeitgeber können ebenso einen Beitrag leisten, indem sie gut bezahlte, unbefristete Arbeitsangebote bereitstellen.
