Um dem deutschen Bildungssystem eine Schulnote zu geben, reicht die Skala von Eins bis Sechs nicht aus. Wie oft schon hat Deutschland erbärmlich in Bildungsstudien abgeschnitten, wie oft haben die politisch Verantwortlichen Besserung gelobt? Geändert hat sich zu wenig. Diese Dickfelligkeit erfordert als Note eine Sieben oder sogar eine Acht. Pisa-Schock? Von wegen. Jeder wusste schon vor Veröffentlichung der neuen Ergebnisse: Zu viele Schüler können nicht richtig rechnen und lesen. Gut gefördert werden weder Stärkere noch Schwächere. Bei der Bildungsgerechtigkeit versagt das System komplett. Dass es Herausforderungen durch Migration gibt, stimmt. Ein leistungsfähiges Bildungssystem muss darauf aber erfolgreich Antworten geben.
Ressourcen müssen dorthin, wo sie am meisten gebraucht werden: in die frühkindliche Bildung und in Schulen an sozialen Brennpunkten. Lehrer sollten von Verwaltungstätigkeiten entlastet werden. Sie müssen im Team arbeiten, sich gegenseitig im Unterricht unterstützen und im Zweifel auch Schüler und Eltern zu Hause besuchen. Forscher sagen: Entscheidend ist, ob ein Lehrer seine Schüler wirklich kennt. Das ist in Deutschland zu selten der Fall.
Es ist keine Frage der Wohltätigkeit, dass Deutschland endlich die Probleme angeht. Die kühle Logik eines jeden Unternehmensberaters sagt: Deutschland verspielt in der Bildung seine Zukunft.
