Dass zu wenig Bewegung krank macht, ist eine Binse – die an Aktualität leider nichts verloren hat. Noch immer bewegt sich fast ein Drittel aller Erwachsenen nicht genug, vermeldet die Weltgesundheitsorganisation WHO und mahnt: Damit steigen auch die Erkrankungszahlen bei Herz-Kreislauf-Leiden, Krebs, Demenz und Diabetes. Es sind die Folgen eines auf Bequemlichkeit ausgerichteten gesellschaftlichen Systems: Es wird zu viel am Computer gesessen, und statt abends eine Runde um den Block zu gehen, lässt man sich ermattet auf der Couch nieder.
Es mag ein Trost sein, dass in Deutschland langsam ein Umdenken einsetzt: So gehören die Bundesbürger zu den 22 Nationen, die nach Aussagen der WHO „auf einem guten Weg sind“. Aber es braucht mehr Schwung – vor allem in der Förderung von Kindern: Der Grundstein für ein bewegtes Leben wird im Alter von zwei bis sechs Jahren gelegt, sagen Kinderärzte. Doch schon in diesem Alter haben viele Kinder zu wenig Zeit und Möglichkeiten zum Toben und Spielen. Die Bewegungslosigkeit setzt sich in der Jugend fort. Kitas und Schulen müssen womöglich ihre Prioritäten überdenken. Zudem brauchen Kinder vor Ort ein gutes Angebot, das sie zu Fuß erreichen sollten.
In einer alternden Gesellschaften wirken sich die Folgen des Bewegungsmangels besonders nachteilig aus. Sport und Politik sind gefordert – letztlich aber jeder Einzelne. Es ist nie zu spät, in Schwung zu kommen.
