Stuttgart

Kommentar: Maximaleskalation abgewendet

Kommentar: Maximaleskalation abgewendet

Das Ergebnis fiel überraschend aus, vor allem in seiner Deutlichkeit. Einstimmig votierte der Aufsichtsrat der Volkswagen AG für einen vom Vorstandschef eingebrachten Sparplan, der sich kaum von jenem unterscheidet, der noch im Juli vom selben Gremium, in dem die Arbeitnehmerseite in der Überzahl ist, zurückgewiesen worden war.

Zunächst einmal ist es eine gute Nachricht, die von der Entscheidung in Wolfsburg ausgeht. Die drohende Maximaleskalation wird nicht stattfinden. Betriebsrat und Gewerkschaft werden nun nicht zu den angekündigten, noch nie dagewesenen Protesten aufrufen. Genauso ist die Vorstandsdrohung, die Marke VW aus dem Volkswagenkonzern herauszulösen, um so den starken strategischen Arbeitnehmereinfluss zu verringern, vom Tisch. Man will weiter zusammenarbeiten. Gut, dass sich am Ende die Einsicht durchgesetzt hat, dass nur so die größte Krise des Konzerns gemeistert werden kann.

Gerettet sind die von der Schließung bedrohten Standorte in Emden, Zwickau und Hannover damit aber nicht, genauso wenig wie das Audiwerk in Neckarsulm. Gleichzeitig ist mit der Entscheidung der Abbau von 50.000 Stellen besiegelt. Der Kompromiss sieht aber vor, dass bis Mitte 2027 Konzepte erarbeitet werden, um in den vier Standorten den Betrieb aufrechtzuerhalten. Bei Lippenbekenntnissen des Vorstands sollte es da nicht bleiben. Anderenfalls kommt die große Eskalation nur mit Verzögerung.

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