Stuttgart

Kommentar: Klingbeil und Bas im SPD-Dilemma

Kommentar: Klingbeil und Bas im SPD-Dilemma

Nein, tauschen möchte man mit Lars Klingbeil und Bärbel Bas zurzeit nicht. Parteifreunde sägen unverblümt am Stuhl der SPD-Chefs und eine neue Umfrage der Online-Marktforscher von YouGov stellt fest, dass sogar eine klare Mehrheit der sozialdemokratischen Wähler die beiden für eine Fehlbesetzung hält. Inmitten dieses Trubels trifft sich die Bundesregierung in der kommenden Woche zu einer Klausur. Da sind Klingbeil und Bas als Minister für Finanzen und Soziales gefragt. Und während sich die Basis von den Parteichefs SPD pur wünscht, muss die schwarz-rote Koalition an Reformen arbeiten, die wehtun. Wirtschaftsverbände und Großkonzerne, etwa Audi, BMW und Siemens, fordern die Bundesregierung zu schnellen Reformen auf – „schleunigst und ohne irgendwelche Abstriche“.

Das Dilemma für die Sozialdemokraten ist nicht neu: Bei den Wählern kommt die SPD dann gut an, wenn sie unideologisch die politische Mitte besetzt und auch für konservative Wähler attraktiv ist – so wie Gerhard Schröder und Helmut Schmidt. Doch die Basis hält es schwer aus, wenn sie zu wenig SPD pur bekommt. Sie hält jede Abweichung davon für ungerecht.

Das Thema Rente ist dabei besonders heikel. Denn die SPD hat nur noch eine treue Wählergruppe: Rentner. Eine Klientelpolitik für die heutige Rentnergeneration sorgt gleichwohl dafür, dass keine neuen Wähler dazukommen werden.

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