Stuttgart

Kommentar: Keine zusätzlichen Lkw-Staus in Sicht

Kommentar: Keine zusätzlichen Lkw-Staus in Sicht

Ein neuer Minister, eine prekäre Lage – da will die Politik natürlich Flagge zeigen, um die Wirtschaft in der großen Krise zu unterstützen. Auch Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hat gleich Handlungsfähigkeit beweisen wollen. Wegen des Niedrigwassers in den großen Flüssen und der stark behinderten Binnenschifffahrt hat er die Lockerung des Lkw-Sonntagsfahrverbots angestoßen. Zahlreiche Länder sind der Idee gefolgt.

Soweit – so nachvollziehbar. Bei genauerem Hinsehen dürfte der Effekt dieser Maßnahme aber ziemlich gering ausfallen. Schließlich handelt es sich entgegen der landläufigen Meinung nicht um eine generelle Aufhebung des Fahrverbots für Brummis. Betroffen sind – und das erst mal nur an drei August-Wochenenden – lediglich Güter, die bei ausreichendem Wasserstand sonst auf dem Schiff transportiert worden wären. Außerdem sind die Spediteure gar nicht alle willens und in der Lage, ihre gesamte Planung mal eben über Bord zu werfen. Und der vielleicht wichtigste Punkt: Es mangelt der Branche so sehr an Fahrern, dass sie zusätzliche Aufträge kaum erfüllen kann.

Umgekehrt wird damit der Albtraum des urlaubenden Autofahrers nicht Realität werden, der sich schon an den nächsten Wochenenden von einem Lkw-Stau zum anderen rollen sieht. Unterm Strich bleibt der Eindruck, dass sich die Politik wieder von Aktionismus leiten lässt. Der Bürger sollte in dem Fall ganz gelassen damit umgehen.

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