Die Nachricht, mit der der VW-Vorstand vergangene Woche sein milliardenschweres Sparpaket versehen hat, ist offensichtlich mehr als nur ein Lippenbekenntnis gewesen, um damit die Zustimmung des Aufsichtsrates zu bekommen. Denn der Konzern präsentiert jetzt für das erste von fünf auf der Kippe stehenden Werken ein Zukunftskonzept.
In Osnabrück, wo die Produktion des T-Roc-Cabrios 2027 ausläuft, sollen im Anschluss Luftverteidigungssysteme entstehen. VW und das Land Niedersachsen haben sich auf einen Verkauf mit Aurelius Capital geeinigt. Der Investor plant die Zusammenarbeit mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael, Hersteller des „Iron Dome“.
Das ist zunächst eine gute Nachricht für die 1800 Osnabrücker VW-Beschäftigten, von denen 1400 übernommen werden sollen. Mehr Hoffnung auf eine Weiterbeschäftigung dürfen sich jetzt aber auch die von einer Schließung bedrohte VW‑Belegschaft an den Standorten Emden, Hannover und Zwickau machen sowie im Audiwerk Neckarsulm, wo die Produktion 2034 auslaufen soll.
Denn die Verteidigungsindustrie wird zu einer immer wichtigeren Branche und ist auf dem Weg, in Deutschland eine Schlüsselrolle zu übernehmen. Ihre stetig wachsende Bedeutung wurde einem Anfang August noch einmal sehr deutlich vor Augen geführt durch den versuchten, mutmaßlich russischen Drohnen-Sprengstoffanschlag am Flughafen Leipzig/Halle.
