Stuttgart

Kommentar: Energiepreise im Dauerhoch

Kommentar: Energiepreise im Dauerhoch

Vor etwa vier Jahren warnte die damalige Außenministerin Annalena Baerbock vor „Volksaufständen“ im Winter. AfD und Linke kündigten einen „heißen Herbst“ an, dem, als er sich nicht einstellte, ein „Wutwinter“ folgen sollte. Der Krieg in der Ukraine und die damit einhergehenden Verwerfungen bei der Energieversorgung könnten „Gelbwesten-Aufstände“ nach französischem Vorbild provozieren, fürchtete man im Kanzleramt. Heute sind die Energiepreise erneut sehr hoch, die Gasspeicher sind nicht ausreichend gefüllt, doch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärt, dass die Regierung die Preise an Tankstellen nicht dauerhaft subventionieren könne. Es fehle das Geld.

Klare, harte Worte. Gut, dass Merz sie ausgesprochen hat. Die Entwicklung im Iran und insbesondere in der Straße von Hormus lässt jedenfalls wenig Hoffnung zu, dass sich die Preise auf den internationalen Gas- und Ölmärkten zeitnah erholen könnten.

Die Verbraucher weltweit müssen sich darauf einstellen, dass die Energiepreise auf absehbare Zeit hoch bleiben. In Deutschland kommt erschwerend hinzu, dass der Ausstieg aus der Atomenergie vollzogen, die sogenannte Energiewende aber noch lange nicht abgeschlossen ist. Die kostet noch jahrelang viel Geld. Der Krieg im Iran hat uns alle ärmer gemacht, nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft, denn längst haben die höheren Energiepreise viele Waren teurer gemacht. Aufstände hat es nicht gegeben.

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