Sich an der Zapfsäule eine Zigarette gönnen, während das Benzin in den Tank strömt? Darauf würde wohl kaum jemand kommen. Es ist nicht nur verboten, es wäre auch gefährlich. Dass das auch beim Rauchen im Wald gilt, ist hingegen weniger bekannt. Etwa 90 Prozent der Waldbrände werden von Menschen verursacht, größtenteils versehentlich. Dazu zählt wohl auch das Feuer im Hürtgenwald. Um es mit den Worten von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) auszudrücken: „Irgendein Idiot hat das Feuer verursacht.“ Die Frage ist bloß: Was hilft gegen solche Idioten?
Die SPD hat vorgeschlagen, die Strafen für Brandstiftung zu verschärfen. Das schadet wohl nicht, hilft aber nur begrenzt. Das größere Problem ist die Unwissenheit. Das fängt schon bei der Gesetzeslage an. Dass die Waldgesetze der Länder Rauchen im Wald verbieten, entweder ganzjährig, mindestens aber in der warmen Jahreshälfte, wissen viele Menschen nicht. Und man findet in deutschen Wäldern auch kaum Schilder, die darauf hinweisen, ganz anders als etwa in Frankreich.
Es bräuchte auch Kampagnen, die darüber aufklären, wie man sich im Wald verhalten sollte – und was bei Verstößen dagegen droht. Natürlich gäbe es weiterhin Menschen, die sich darüber hinwegsetzen. Idioten gibt es immer, würde Reul wohl sagen. Aber es wäre ein Anfang, wenn es zumindest weniger Unwissende wären.
