Endlich ist es so weit: Von Januar 2027 an soll Deutschland eine staatliche digitale Brieftasche bekommen. Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) präsentierte am Mittwoch die App, die den Namen „d-you“ tragen soll. „D“ steht dabei gleichzeitig für digital und Deutschland, „you“ solle verdeutlichen, dass der Nutzer im Zentrum stehe. Zu der Wortschöpfung mag man stehen, wie man will – die Anwendung ist ein klarer Fortschritt.
Damit schließt Deutschland auf – zu Ländern wie Nigeria, Vietnam oder Bosnien-Herzegowina. Dort ist es bereits möglich, sich digital auszuweisen. Das macht deutlich, dass Deutschland hier spät dran ist. Das kann man kritisieren, man muss aber auch anerkennen, dass die aktuelle Bundesregierung hier ein Projekt umsetzt, über das seit Jahrzehnten geredet wird und das im Alltag tatsächlich eine Verbesserung bieten kann. Loben kann man auch das Vorgehen dabei – weil es eher untypisch für Deutschland ist. Man werkelt nicht länger als nötig, bis die App alles kann und jede nur denkbare Ausnahme berücksichtigt.
In vielen Ländern ist man längst weiter. In der Türkei kann man auf einer digitalen Plattform nachschlagen, welche Autos auf einen angemeldet sind oder welche Immobilien einem gehören. Ähnliche Angebote gibt es auch in der Ukraine und selbstredend in der digitalen Vorreiternation Estland. Wenn sich Herr Wildberger also neuen Aufgaben widmen möchte – es gibt noch genug zu tun.
