München - Es gehört zu den ungeschriebenen Gesetzen der Autoindustrie, sich nicht über Mitbewerber zu äußern. Ein Glück für BMW, so bleibt dem bayerischen Hersteller womöglich Schadenfreude erspart. Schließlich galt BMW vielen als deutscher Musterschüler, dem die grassierende Krise nichts anhaben kann. Die Münchner machten im Gegensatz zu Mercedes oder Porsche offensichtlich einiges besser, hieß es.
Doch jetzt wird mit einem Schlag deutlich: BMW spielt in der europäischen Autokrise eben doch nicht weiter in einer eigenen Liga. Der angekündigte Abbau von 8000 Stellen bedeutet den größten personellen Einschnitt im Konzern seit 2008. Der neue BMW-Chef Milan Nedeljkovic hat gerade einmal drei Monate gebraucht, um den Mitarbeitern die Hoffnung zu nehmen, bei ihrem Arbeitgeber würde alles weitergehen wie bisher. Niemand in Auto-Deutschland ist vor der Krise gefeit. Viel zu wichtig ist für BMW der chinesische Markt; auch dort ist das Geschäft in Schieflage geraten.
Der Schock sitzt in München jetzt umso tiefer. Dass sich Geschäftsführung und Betriebsrat bei BMW darauf geeinigt haben, die Stellen sozialverträglich abzubauen, ist wie bei den anderen Autokonzernen ein Signal der Hoffnung. Denn der Weg aus der Krise kann nur erfolgreich beschritten werden, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer vertrauensvoll und kompromissbereit zusammenarbeiten.
