Es gibt Themen, die hierzulande zuverlässig den kollektiven Puls in die Höhe treiben. Die Bahn ist eines davon, genauer gesagt, die mit der Bahn verknüpften Ärgernisse: verspätet, verdreckt, veraltet. Ein anderer Aufreger sind Millionengehälter für tatsächlich oder vermeintlich unfähige Wirtschaftsbosse. Kommt beides zusammen, die Bahn und die Boni also, ist Entrüstung garantiert.
Dass die Vorstände bei der Deutschen Bahn viel Geld verdienen und sogar regelmäßig mit Zusatz-Zahlungen belohnt werden, löst Empörung bei all jenen aus, deren letzte Zugfahrt mal wieder in eine mittlere Katastrophe ausgeartet ist. Und das sind ziemlich viele. Zu ihnen scheint auch der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) zu gehören. Er hat jetzt „Auswirkungen“ auf die Boni von Bahnmanagern angekündigt, wenn die vom Bund vorgegebenen Ziele nicht eingehalten werden. An dieser Aussage verwundert eigentlich nur, dass sie eine Ankündigung ist. Denn genau das, das Erreichen bestimmter Erfolge, ist ja der Sinn solcher Sonderzahlungen.
Kleine Erinnerung an das Jahr 2023: Damals kam heraus, dass diverse Bahnmanager zwar bei den Zielen Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit nicht performed hatten, dafür aber die Anforderungen an Mitarbeiterzufriedenheit und Frauen in Führungspositionen (knapp) übererfüllt wurden. Das Geld floss also, der Zugverkehr in Deutschland allerdings weiterhin nicht.
