Stuttgart

Jedes dritte Raserdelikt wird auf der B27 festgestellt

Aus Daten der europaweiten Kontrollwoche, der „Speedweek“, geht hervor, dass in Stuttgart langsamer gefahren wurde. Das hatte möglicherweise nicht nur mit den Polizeikontrollen zu tun.

  • Polizisten der Motorradstaffel bei der Speedweek Anfang August im Rosensteintunnel bei einer Tempokontrolle.Foto: Erdem Gökalp

    Polizisten der Motorradstaffel bei der Speedweek Anfang August im Rosensteintunnel bei einer Tempokontrolle.Foto: Erdem Gökalp

Stuttgart - Nach wie vor ist zu hohe Geschwindigkeit die Hauptursache für Unfälle in Deutschland. In der „Speedweek“ fanden auch in Stuttgart im Zeitraum zwischen 3. und 9. August vermehrt Kontrollen statt, bei denen man insbesondere die Geschwindigkeit von Fahrzeugen im Verkehr gemessen hat. Die Daten wurden ausgewertet und zeigen ein gemischtes Bild. Neben den Zahlen der Polizei liegen unserer Redaktion auch die Auswertungen des Verkehrsdatenanbieters Tomtom vor.

Die Zahlen der Polizei sind zunächst ziemlich klar. Die meisten Autofahrer haben sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen gehalten. Nämlich knappe 97 Prozent. Von den 7837 Fahrzeugen, die kontrolliert wurden, wurden bei 227 Delikte festgestellt. Unter ihnen gab es 33 Fahrer, denen ein Fahrverbot ausgestellt werden musste.

Die unrühmlichen vorderen Plätze unter den Rasern wurden zum einen auf der B14 im Bereich Schattenring belegt. Dort ist ein Fahrzeug mit 135 Kilometer pro Stunde unterwegs gewesen, obwohl nur 80 erlaubt sind. Auf der Heilbronner Straße, wo wiederum nur 40 Kilometer pro Stunde erlaubt sind, ist ein Fahrer mit 101 Stundenkilometern gemessen worden.

Bei Tomtom liegen darüber hinaus Vergleichswerte vom Juli vor. Man kann ausgehend davon sagen, dass die Stuttgarter Anfang August bedeutend langsamer gefahren sind als im Juli. Man kann sogar nachvollziehen, zu welcher Uhrzeit besonders langsam gefahren wurde. Demnach lag die Durchschnittsgeschwindigkeit am frühen Morgen im Schnitt rund 2,4 Kilometer pro Stunde unter dem Wert im Juli.

Aus den Daten der Polizei geht zudem hervor, dass die meisten Verstöße entweder auf Streckenabschnitten der B27 oder der B14 gemessen werden. Allein auf der B27 wurden auf Höhe Fasanenhof und dann wieder entlang der Heilbronner Straße insgesamt über ein Drittel aller Verkehrsverstöße im Zeitraum der Speedweek gemessen.

Doch auch diese Auswertung hat einen Haken. Dadurch dass sich an einigen viel befahrenen Straßen in und um Stuttgart Baustellen befinden, könne man laut eines Sprechers von Tomtom davon ausgehen, dass diese den Verkehr noch mal erheblich gebremst haben. „Gerade auf den wichtigsten Autobahnen und Bundesstraßen beeinflussten Baustellen, Engpässe und andere Verkehrseffekte den Verkehrsfluss“, sagt der Sprecher. Beispielsweise wurde die B27 zwischen Kornwestheim und Ludwigsburg saniert. Dass man also trotz aller Verstöße auf den Bundesstraßen davon ausgehen kann, dass insgesamt langsamer gefahren wurde, hat nicht nur mit den Kontrollen zu tun.

Zudem geben die Tomtom-Zahlen eine weitere Einordnung für die B27. Laut diesen lag die Durchschnittsgeschwindigkeit um 0,7 Kilometer pro Stunde unter dem Juli-Wert – obwohl dort so viele Delikte festgestellt wurden. Laut Tomtom habe die Speedweek dennoch eine deutliche positive Wirkung gezeitigt.

Denn die schnellsten fünf bis zehn Prozent der Autofahrer sind im Schnitt bis zu 1,3 Kilometer pro Stunde langsamer gefahren als im Juli. Es gab also weniger Raser.

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