Stuttgart

Hackerangriff in Stuttgart auf die Stadtverwaltung

Die Hackergruppe Rhysida hat angeblich schon im Mai Daten der Stadtverwaltung Stuttgart erbeutet. Man sei besser davon gekommen als das nun attackierte Berlin, heißt es vonseiten der Stadt.

Stuttgart - Die Hackergruppe Rhysida behauptet, die Berliner Senatsverwaltung angegriffen und Lösegeld in Bitcoins im Wert von zwei Millionen Euro verlangt zu haben. In diesem Zusammenhang wurde in den Medien auf einen ähnlichen Fall in Stuttgart verwiesen. Rhysida behauptete bereits im Mai, Daten der Landeshauptstadt erbeutet und mit deren Veröffentlichung gedroht zu haben. Die Verwaltung erklärte nun auf Anfrage unserer Zeitung ihren Fall für aufgeklärt – und er sei auch deutlich weniger spektakulär gewesen als der Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung.

Er lag auch anders: „Ein Zugriff auf städtische Systeme oder Daten der Stadt Stuttgart hat zu keinem Zeitpunkt stattgefunden“, teilt die Stadt mit. Betroffen sei vielmehr ein privates Unternehmen gewesen, „das lediglich vereinzelte Geschäftskontakte mit der Stadtverwaltung hatte“, erklärt die Stadt.

Rhysida hatte dennoch die Stadtverwaltung auf ihrer „Leak-Seite“ im Darknet geführt und verlangte fünf Bitcoin, das waren seinerzeit etwa 333.000 Euro. Würde nicht gezahlt, sollten die angeblich erbeuteten Daten veröffentlicht werden. Auf der Detail-Seite im Darknet zu dem Rhysida-Angriff sind dann noch wenige, zudem stark herunterskalierte Aufnahmen von gescannten und fotografierten Dokumenten, Rechnungen und Faxen zu sehen. Der Umfang und die potenzielle Brisanz der Daten lassen sich daraus eher nicht herleiten.

Dass diese Unterlagen offenbar tatsächlich existierten, machte die Drohung zunächst glaubwürdig. Woher sie stammten und ob die Hacker Zugang zur städtischen IT gehabt hatten, war damals jedoch ungeklärt. Die Stadt erklärte aber bereits zu diesem Zeitpunkt, keine Hinweise auf einen erfolgreichen Angriff auf ihre Systeme zu haben. An dieser Einschätzung hat sich inzwischen nichts geändert.

Ob Rhysida das Unternehmen tatsächlich angegriffen hatte und um welches es sich handelt, geht aus der Antwort der Stadt nicht hervor. Auch nach Ablauf der gesetzten Frist von sieben Tagen, die per Countdown heruntergezählt wurden, seien keine Daten aus den Systemen der Landeshauptstadt veröffentlicht worden. Die Stadt beantwortet die entsprechende Frage mit einem klaren Nein.

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