Stuttgart

Ganz Stuttgart in der Hand der Fußball-Fans

Ein Höhepunkt der Vorrunde: Die Nationalelf spielt am Mittwoch gegen Ungarn. Erstmals wird der Schlossplatz geschlossen. Sangesfreudig präsentieren sich die Gäste – aber auch die Albaner.

  • Die Fans der deutschen Nationalmannschaft ziehen in beeindruckender Menge von der Innenstadt ins Stadion.Foto: Lichtgut/Zophia Ewska, Max Kovalenko

    Die Fans der deutschen Nationalmannschaft ziehen in beeindruckender Menge von der Innenstadt ins Stadion.Foto: Lichtgut/Zophia Ewska, Max Kovalenko

Stuttgart - Wer hätte gedacht, dass der Jubel nach dem zweiten Tor der Albaner noch mal größer werden könnte. Aber das wurde er. Und zwar schon beim ersten Tor der deutschen Nationalmannschaft.  

Stimmung

Stimmgewaltig singen die Fans die Hymnen. Zwar sind die Anhänger der deutschen Nationalmannschaft in der Fanzone auf dem Schlossplatz eindeutig in der Überzahl. Doch die Ungarn singen auch nicht wesentlich leiser. Das hatten sie auch schon am Nachmittag beim Fanmarsch gezeigt – da waren sie wesentlich sangesfreudiger als die deutschen Fans.

 

Jubel

Aber nicht erst beim Deutschlandspiel wird es fröhlich auf dem Platz. „Das ist das beste Erlebnis in meinem Leben“, sagt Getnar Ajeti, als er nach Abpfiff mit einer Gruppe albanischer Fans laut rufend am Alten Schloss vorbeiläuft. Das Unentschieden gegen Kroatien mit dem Tor in der Nachspielzeit fühle sich an wie ein Sieg. „Eine Niederlage wäre aber auch ein Sieg gewesen“, sagt der 15-Jährige. Die Albanienflagge hat er über die Schultern gelegt, darunter trägt er ein Deutschland-Trikot. „Doppelte Staatsbürgerschaft“, sagt er trocken. Der Tag sollte noch weitere beste Erlebnisse bereit halten – er hofft auf viele Tore für die deutsche Elf. Dass die Albaner feiern können, zeigten sie schon nach ihrem ersten Spiel. Obwohl sie verloren hatten, tanzten sie bis in die frühen Morgenstunden auf den Straßen.

  

Voller Platz

Gut eine halbe Stunde nach Anpfiff ist der Zugang zum Schlossplatz noch möglich. Das ändert sich dann aber. Die Kapazitätsgrenze ist erreicht, 30 000 Leute sind drin. Polizei und Veranstalter schließen die Zugänge. Die Kontrolle funktioniere, die Abläufe hätten geklappt, ziehen sie ein positives Fazit. 

Ruhige Reihen

Vielleicht liegt es an den Plätzen. Oder an ihrem Preis? Während die Cannstatter Kurve Stimmung macht, die deutsche Nationalmannschaft anfeuert, rührt sich auf der Haupttribüne kaum jemand. Dafür wird auf dem Schlossplatz kräftig gesungen.

     Stuttgart im Morgenmagazin

Man darf kein Langschläfer sein bei diesem Job. Um 5.30 Uhr geht das Morgenmagazin der ARD auf Sendung. Und „auch nicht aus Zucker“. So beschrieben Moderator Peter Großmann und Fußball-Weltmeister Olaf Thon ihren Willen, dem Stuttgarter Regen zu trotzen. Bei der ersten Schalte nach Stuttgart um 5.54 Uhr war es noch dunkel, und der Regen prasselt auf den riesigen Schirm, der sich über den Marktplatz spannt. Gedacht war er eigentlich zum Schutz vor der Sonne, aber er taugt auch als Regenschutz. Ohne dieses Dach wäre die Übertragung schwierig geworden, die Kameras sind empfindlich. Aber so schaltet die ARD mehrmals nach Stuttgart, Schüler der Louis-Leitz-Schule aus Feuerbach sind da, ebenso vom Solitude-Gymnasium aus Weilimdorf. Sie geben das Publikum und dürfen Live-Tipps abgeben. Um 6.30 Uhr waren sie da, Studiendirektor Stephan Link war überrascht, wie viele seiner Schützlinge trotz früher Stunde und des Wetters aufgetaucht sind. Aber gut, allemal besser als Unterricht ist diese Medienkunde. Man sieht mal, wie Fernsehen funktioniert und wie viel Aufwand betrieben wird für jeweils fünf Minuten Live-Sendung aus Stuttgart.

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