Stuttgart

Erneut Schüsse in Weilimdorf – junger Mann verletzt

Stuttgart-Weilimdorf kommt nicht zur Ruhe. Derzeit läuft ein Prozess wegen Schüssen im Dezember – und am Dienstagabend gab es wieder einen solchen Vorfall.

  • Polizeibeamte suchen am Mittwoch in Giebel nach Spuren – unter anderem mit Metalldetektoren.Foto: SDMG/Dettenmeyer

    Polizeibeamte suchen am Mittwoch in Giebel nach Spuren – unter anderem mit Metalldetektoren.Foto: SDMG/Dettenmeyer

Stuttgart - Es ist 20.50 Uhr am Dienstagabend, als Zeugen auf Höhe der Stadtbahnhaltestelle Salamanderweg im Weilimdorfer Stadtteil Giebel Schussgeräusche hören. Sie setzen einen Notruf ab. Als die Polizei eintrifft, ist sowohl von den möglichen Tätern als auch von mutmaßlichen Opfern nichts mehr zu sehen. Eine sofort eingeläutete Fahndung verläuft erfolglos.

Im Zuge der Ermittlungen stellt sich heraus: Offenbar haben Unbekannte in der Engelbergstraße tatsächlich mehrere Schüsse abgegeben. Ob aus einer scharfen Waffe oder einer Schreckschusspistole, ist derzeit noch unklar. Ersten Erkenntnissen zufolge sollen die Täter auf einen Nissan geschossen haben. Dabei ist ein 22 Jahre alter Mann verletzt worden. Ob er im Auto saß oder in der Nähe war, kann laut Polizeisprecherin Kara Starke noch nicht sicher gesagt werden.

Der Fall ist auch deshalb alarmierend, weil es in Weilimdorf in den vergangenen Monaten immer wieder Vorfälle mit Schusswaffen gegeben hatte. Trauriger Höhepunkt war das Aufeinandertreffen zweier Gruppen auf dem Spielplatz „Beim Esel“ mitten im Ort am 6. Dezember. Ein 16-Jähriger war dort durch einen Bauchdurchschuss lebensgefährlich verletzt worden.

Derzeit läuft vor dem Stuttgarter Landgericht der Prozess gegen zwei Angeklagte. Die beiden jungen Männer sollen für die Schüsse auf den 16-Jährigen verantwortlich sein. Ein heute 17-Jähriger soll geschossen, ein 18-Jähriger ihn dazu aufgefordert haben. Angeklagt sind sie unter anderem wegen versuchten Totschlags.

Klar ist nach den ersten Verhandlungstagen bereits, dass sich zwei Gruppen – eine aus dem Stuttgarter Norden, eine aus Weil-imdorf – über längere Zeit gestritten und provoziert hatten. Angeblich soll eine Nichtigkeit der Auslöser dafür gewesen sein, doch das Gericht und andere Prozessbeteiligte haben daran Zweifel. Eskaliert ist die Auseinandersetzung auf dem Spielplatz. Alle Beteiligten flohen danach. Der 16-Jährige wurde huckepack weggetragen und später im Norden in der Nähe seines Wohnhauses gefunden.

Auch diesmal erinnert so manches an diesen Fall. So ist der angeschossene 22-Jährige offenbar nicht vor Ort aufgefunden worden. Polizeibeamte fanden ihn in einem Krankenhaus. Wie er dorthin gekommen ist und welcher Art seine Verletzungen sind, steht noch nicht fest. Lebensgefährlich verletzt ist er laut Polizei aber nicht. Ob die Vorfälle zusammenhängen, ist „natürlich Gegenstand der Ermittlungen“, so Polizeisprecherin Kara Starke. Es sei im Fall der Schüsse am Dienstagabend noch vieles unklar.

In Weilimdorf hatte es nach dem Spielplatz-Vorfall teils hitzige Diskussionen über die Sicherheitslage im Ort gegeben. Einige Anwohner berichteten von einem Brennpunkt, der sich entwickelt habe, andere sahen das nicht so. Im Nachgang zu einer Bezirksbeiratssitzung war es wegen dieser Frage sogar zu einer körperlichen und verbalen Auseinandersetzung gekommen. Polizei und Mobile Jugendarbeit verstärkten ihre Präsenz, obwohl beide Weilimdorf nicht als Brennpunkt betrachten.

Diese akute Konzeption hat laut Polizei bereits im Februar geendet. Man habe die Erkenntnisse daraus aber ausgewertet und führe seitdem regelmäßig gezielt Präsenz- und Kontrollmaßnahmen aus. Die Ermittler hoffen nun, dass sich Beobachter des Vorfalls am Dienstag finden. Zeugen werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0711/8990-5778 bei der Kriminalpolizei zu melden.

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