Stuttgart - Zum vierten Mal schmücken Stefanie Meier und ihr Bruder Sebastian die Fruchtsäule und das Dach des Infopavillons, auf dem das Wahrzeichen des Volksfests steht. Mit Kürbissen, Kohl, Äpfeln, Kartoffeln, Strohballen und ganz vielen gelb, orange und dunkelrot blühenden Chrysanthemen. Die Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart gibt laut eigenen Angaben jede Saison etwa 20.000 Euro für die Fruchtsäulen-Deko aus – darin enthalten sind neben dem Material zum Beispiel auch das Gerüst und die Arbeitsstunden. Dieses Jahr ist alles etwas anders. Die Fruchtsäule ist brandneu, nach 53 Jahren wurde das Modell aus Holz durch eine Stahlkonstruktion ersetzt.
Für die Geschwister aus Reichenbach an der Fils – sie ist im Bereich Eventfloristik tätig, er betreibt eine Gärtnerei mit einem angeschlossenen Blumenladen – eine Herausforderung: Die Säule konnte nicht wie sonst im Liegen geschmückt werden. Sie stand schon, das 26 Meter hohe und 13 Tonnen schwere Trumm musste vom Hubsteiger aus geschmückt werden. „Das war weniger nervenaufreibend, als ich es mir vorgestellt hatte“, sagt die Floristin. Die – künstlichen – Sonnenblumen, Tannengrüngirlanden und Ornamente wurden mit Karabinerhaken und Kabelbindern an extra für den Schmuck vorgesehenen Ösen befestigt. „Früher, als die Säule noch aus Holz war, haben wir vieles einfach festgetackert“, erzählt Meier. „Das geht jetzt natürlich nicht mehr.“
Die Fruchtsäule steht schon seit Mitte August geschmückt da, die Deko fürs Pavillondach kann aber erst kurz vor Volksfesteröffnung angebracht werden, „sonst fault's“. Drei Tage dauert das Schmücken, aber „mehrere Hundert Stunden“, schätzt die Floristin, gehen in die Planung und Vorbereitung. Sebastian Meier mag historische landwirtschaftliche Geräte und hat über die Jahre alte Heugabeln, Weinfässer und Obstpressen zusammengesammelt, die aufs Dach kommen.
Direkt nach dem Frühlingsfest steigen die Geschwister in die Planung ein, fragen bei Bauern aus der Umgebung an. „Die meisten sind sehr stolz, wenn ihr Weizen oder ihre Weinreben die Fruchtsäule schmücken“, erzählt Stefanie Meier. In diesem Jahr stehen auch eine Schweine- und eine Kuhfigur auf dem Pavillondach. Sie repräsentieren das Landwirtschaftliche Hauptfest. Drei Leute mussten anpacken, um die Kuh an ihren Bestimmungsort zu befördern.
Mit der Deko ist der Job für die Meiers nicht zu Ende. Während des Volksfests kommen sie regelmäßig zum Gießen. Wenn die 17 Tage Wasenrummel vorbei sind, steht der Abbau an. Oft werden sie gefragt, was mit dem Gemüse und Obst passiere, wenn das Volksfest vorbei ist. „Was noch verwendet werden kann“, erklärt Stefanie Meier, „geht an in.Stuttgart zurück“.
Dennis Hamann, Sprecher der Veranstaltungsgesellschaft, sagt dazu: „Obst und Gemüse, das sich noch in einem entsprechenden Zustand befindet, wird nach Möglichkeit weiterverwendet.“ Große Bestandteile der Dekoration seien wiederverwendbar, etwa die Körbe und die Heuschlitten. „Gleiches gilt auch für Gräser und andere Pflanzen.“

