Stuttgart - Beim Poker um neue Landerechte für die Fluggesellschaft Emirates hat Stuttgart gegenüber Berlin den Kürzeren gezogen. Demnach darf die Airline aus den Vereinigten Arabischen Emiraten von sofort an siebenmal in der Woche vom Flughafen der Bundeshauptstadt aus nach Dubai starten. Stuttgart, wo man sich zuletzt ebenfalls Hoffnungen gemacht hatte, ging leer aus.
Die Entscheidung war im Kontext des Staatsbesuches von Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), am Donnerstag in Berlin bekannt gegeben worden. Nach langen Verhandlungen sei man zu einem zukunftsfähigen Ergebnis gekommen, sagte der Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU). „Indem wir ab sofort einer Airline der VAE zu ihren bislang vier Landepunkten einen weiteren und damit fünften Landepunkt in Deutschland gewähren, binden wir Deutschland noch besser an die VAE an.“ Bisher fliegt Emirates Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg und München an.
Der Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) hatte sich zuletzt noch persönlich bei Kanzleramtsschefin Nina Warken (CDU) für den Flughafen vor den Toren seiner Stadt eingesetzt. Zudem dürfte er auf den neuen, immerhin aus Baden-Württemberg stammenden Verkehrsminister gehofft haben. Auch ihm schrieb er einen Brief. Doch offenbar waren die Gespräche schon so weit gediehen, dass Bilger nichts mehr ausrichten konnte oder wollte.
Eine Sprecherin der Stadt erklärte, Nopper sei enttäuscht. Die Stuttgarter Verkehrsministerin Nicole Razavi (CDU) verwies darauf, dass einem wirtschaftsstarken Bundesland wie Baden-Württemberg eine verstärkte Flugverbindung in die Golfregion gut getan hätte. „Wir haben im Vorfeld dieser Entscheidung als Landesregierung erneut unsere Argumente vorgetragen.“ Dies werde man auf künftig tun. Zusätzliche Fluglinien in Stuttgart hätten Vorteile für ganz Deutschland. „Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass es eines Tages so weit sein wird.“
Ein Sprecher der Stuttgarter Flughafengesellschaft sagte, die Entscheidung der Bundesregierung sei nicht nachvollziehbar. „Der Bedarf an zusätzlichen internationalen Verbindungen besteht hier seit Jahren und wurde von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden wiederholt deutlich gemacht.“ Die Fluggesellschaft habe mehrfach ihr Interesse an einer Aufnahme Stuttgarts in das Streckennetz deutlich gemacht.
