Stuttgart - Wenn die Schläger aussehen wie Paddel, die Sportart Tennis (im Doppel) und Squash vereint und der Platz von vier Spielern und einem nicht ganz so harten Tennisball bespielt wird, dieser Wände berühren, aber das Netz nicht streifen darf, dann ist von Padel die Rede.
Und Padel oder Padel-Tennis liegt im Trend – mehr denn je, macht Spaß und ist scheinbar kinderleicht zu erlernen. Das kann Fabrizio Zullo bestätigen. Der Gastronom hatte die Sportart im Urlaub mit seinem Sohn, der Tennis spielt, auprobiert. „Papa, das kann doch jedes Kind“, kommentierte der Junior schließlich begeistert.
Und auch Zullo machte sich seine Gedanken. Denn der passionierte Gastronom, der gerade erst mit seinem Café Lumen den zehnten Geburtstag feierte und sich schon für seine Weinlaube „Zum Zullo“ auf dem Weindorf bereit macht, ist eine echter Macher. Klar, würde er auch gern mal mit einem Cappuccino gemütlich an der Schwabstraße – wie beim Interview – in den Tag starten. „Aber wenn die Idee mich nicht loslässt, dann muss ich sie gleich angehen und umsetzen“, gibt er lachend zu.
Ein Padel-Court in Stuttgart? Gäbe es nicht wirklich, alle Plätze seien eher außerhalb vom Kessel, weiß Zullo. Generell sei in Deutschland in Sachen Padel noch recht wenig los, auch wenn es eine Nationalmannschaft und diverse Spots dafür gibt.
Vor allem aber im Vergleich zu Spanien, wo Padel nach Fußball die beliebteste Sportart ist, hinken die Deutschen hinterher. Knapp 15.000 Plätze lassen sich dort finden, hier sind es rund 2000. Doch die Sportart boomt. Gerade erst eröffneten zwei neue Spots in Stammheim und Esslingen. Der 42-jährige Gastronom erkannte seine Chance und ging auf die Suche nach einem passenden Ort. Er habe mal eine neue Herausforderung gebraucht. „Ich liebe die Gastronomie über alles, aber ich wollte einfach mal was Neues und Anderes ausprobieren.“
Eines ergab das andere und ein Kontakt hatte Zullo schließlich den Platz am TV Cannstatt auf dem Schnarrenberg angeboten. Das Besondere: Der Platz wird komplett ohne Personal bespielt und soll automatisch funktionieren. Ob Schläger, Snacks, Getränke oder Bälle – „für alles gibt es Verkaufsautomaten.“ Seine Aufgabe liege letztendlich darin, die Automaten aufzufüllen, alles andere funktioniert automatisch. „Personal wird nur bei Events gebraucht, dafür haben wir auch schon Anfragen“, ließ uns Zullo noch vor dem Opening von „Padel 0711“ am 3. August wissen. „Wir befinden uns aber erst mal noch in der Soft-Opening-Phase. Man kann sich aber schon seinen Court buchen, bis auf ein paar Kleinigkeiten ist alles da, was man braucht. Und für den Anfang läuft es echt gut“, äußert sich Zullo zuversichtlich.
Auf den knapp 1800 Quadratmetern – einem ehemaligen Schotterplatz –, befinden sich nun zwei Doppel-Courts und ein Single-Court in einem „saftigen Blau“, im Licht „kommt das schon gut“. Und auch für den Verein auf dem Schnarrenberg sei es ein Mehrwert.
Mitte August steht dann auch schon das nächste Projekt an: der Aufbau auf dem Weindorf. „Und im September wird es dann eine offizielle Eröffnung von Padel 0711 geben, eine Padel-Party oder wie auch immer“, verspricht der schwäbisch-italienische Wirbelwind lachend.
Kontakt Padel 0711, Auf dem Schnarrenberg 5, Stuttgart-Bad Cannstatt, www.instagram.com/padel0711

