Stuttgart - Es wird ernst. Heute tagen die Stadträte im Stuttgarter Sportausschuss über die Zukunft der vier vereinseigenen Bäder. Dann wird sich zeigen, ob die vorgeschlagene Lösung tragfähig ist und eine Mehrheit findet. Da die Stadt auf die Errichtung eines Stuttgart-Signs verzichten will, könnte das eingesparte Geld zumindest für eine kurzfristige Unterstützung der Bäder verwendet werden, lautet eine Idee.
Nun haben sich die Vereine gemeldet. Die Vorstände und Präsidenten des ASV Botnang, des MTV Stuttgart, des SV Cannstatt und des SSV Zuffenhausen sagen: „Wir freuen uns über jedes Signal aus dem Gemeinderat, das deutlich macht: Unsere Bäder werden ernst genommen. Der Rückhalt, den wir in den vergangenen Monaten aus der Stadtgesellschaft und von vielen Seiten der Politik erfahren haben, macht Mut für den schwierigen Weg, der noch vor uns liegt.“
Lösung muss dauerhaft sein
Denn einer Rettung fürs Jahr 2027 muss eine Lösung folgen, die auch für die kommenden Jahre funktioniert und den Betrieb sichert. Wie bei jedem Bad decken die Einnahmen nicht die Kosten. Bei den städtischen Bädern wird das Defizit zu 100 Prozent durch den Haushalt abgedeckt. Bei den vereinseigenen Bädern waren dies 80 Prozent, maximal aber 730.000 Euro insgesamt. Das Defizit stieg aber Jahr für Jahr an. Für 2026 waren 1,44 Millionen Euro vorhergesagt. Bisher hatte das Sportamt aus seinem Etat den Betrag gedeckt, der über 730.000 Euro hinausging. Doch weil die Stadt sparen muss, und der Sportetat eingedampft wurde, ist dies nicht mehr möglich.
„Durch höhere Einnahmen und Einsparungen bei den Betriebskosten ist es gelungen, das über den städtischen Haushaltsansatz hinausgehende Defizit deutlich zu reduzieren“, schreiben die Vereine. „Dieser Antrag zeigt, wie gut es funktioniert, wenn Verwaltung, Politik und Vereine an einem Strang ziehen.“ Mit der im Antrag vorgesehenen Finanzierung für 2027 wäre der Betrieb aller vier Bäder bis Ende des laufenden Doppelhaushalts gesichert.
Die Vereine begrüßen zudem, dass die Sportverwaltung beauftragt werden soll, mit ihnen an einer mittel- bis langfristigen Lösung für die Zeit von 2028 an zu arbeiten – unter anderem durch die Prüfung energetischer Sanierungsmaßnahmen und passender Förderprogramme sowie durch eine Angleichung des Stundensatzes für den schulischen Schwimmunterricht im Mombachbad in Bad Cannstatt an die städtischen Sätze.
Dieser Antrag sei ein wichtiger Zwischenschritt. „Für eine wirklich tragfähige, dauerhafte Lösung müssen wir jetzt gemeinsam mit der Verwaltung und der Politik weiterarbeiten“, betonen die vier Vereinsvorstände. Wie dies aussehen kann, darüber wird am Dienstag debattiert.
