Stuttgart

Stadtbahnpläne auf den Fildern weiter im Fokus

Der Gemeinderat befürwortet die  Pläne der Stuttgarter Straßenbahnen. Kritik gibt es an der Kostenschätzung.

Stuttgart - Die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) können ihre Planungen für eine Neuordnung des Stadtbahnnetzes in den Stuttgarter Fildervororten vorantreiben. Zwar gab es jüngst bei der Debatte der Pläne im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik des Gemeinderates auch kritische und warnende Töne, mehrheitlich bestärkten die Räte aber SSB-Chefplaner Volker Christiani, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Mit der sogenannten Filderstudie verfolgt das kommunale Nahverkehrsunternehmen mehrere Ziele, mit denen das Stadtbahnnetz auf den Fildern ausgebaut und umgestaltet werden könnte. So soll mit einer neuer Kurve beim Möhringer Bahnhof eine Direktverbindung zwischen Plieningen und der Innenstadt hergestellt werden. Der Kaltentaltunnel zwischen der Haltestelle Engelboldstraße und dem SSB-Zentrum würde Fahrten zwischen den Fildern und den in Ost-West-Richtung durch die Stadt verlaufenden Tallängslinien ermöglichen.

Beide Vorhaben erbringen nach überschlägigen Berechnungen, dass sie auch die technisch aufwendige und deswegen teure Querung des Stadtbezirks Vaihingen erlauben würden. Die Erschließung von Zielen im Vaihinger Westen – vornehmlich der Gewerbebrache Eiermann-Areal und der Stadtteile Lauchhau und Lauchäcker – wäre wegen der hohen Kosten für sich alleine genommen nicht zuschussfähig. Die Zuwendungen von Stadt und Land, die sich auf mehr als 87 Prozent der Gesamtkosten belaufen, sind aber Grundvoraussetzung, um das Maßnahmenpaket überhaupt angehen zu können. Die Stadt und ihre Tochter SSB können die Projekte nicht aus eigener Kraft stemmen.

An der Kostenfrage entspann sich im Ausschuss eine Diskussion: Allen voran Stadtrat Christoph Ozasek (Klimaliste) kritisierte, dass die SSB im kommenden Jahr in die Bürgerbeteiligung einsteigen wolle, ohne jetzt schon ihre Kostenprognose vorzulegen. Man müsse aufpassen, dass sich die SSB nicht in finanzielle Abenteuer stürzt, um am Ende an bestehenden Angeboten sparen zu müssen. Man rede über „weite Zukunftsmusik“ konstatierte Björn Peterhoff (Grüne), der zudem feststellte, eine mögliche Tunnellösung zur Querung Vaihingens sei nicht ohne. Jürgen Sauer (CDU) wies darauf hin, dass solche unterirdischen Varianten beim Stadtbahnausbau in Sillenbuch, Feuerbach und Zuffenhausen auch realisiert worden seien, für die man heute sehr dankbar sei.

Die SSB plant im Jahr 2027 eine Bürgerbeteiligung. Im selben Jahr soll ein Ingenieurbüro mit der Planung und der Kostenermittlung betraut werden. Erst dann kann eine eventuelle Förderfähigkeit des Vorhabens nachgewiesen werden. Es schließt sich das Genehmigungsverfahren an. Mit einer Realisierung wäre in der zweiten Hälfte der 30er-Jahre zu rechnen.

Datenschutz-Einstellungen