Vorausschauende Planung ist nicht unbedingt etwas, wodurch sich die vergangenen Bundesregierungen auszeichneten. Dass man bei der Bahn Schienen und Weichen regelmäßig warten muss, wurde lange ignoriert. Eine gut ausgestattete Bundeswehr schien grundsätzlich wünschenswert, aber das notwendige Geld wollte man dafür nicht ausgeben. Deswegen ist es ein gutes Zeichen, wenn die Koalition bereits um die nächste Ecke schaut – etwa beim Zivildienst. Dieser wird derzeit vorbereitet, wie die Bundesregierung bestätigte.
Der Zivildienst ist wie die Wehrpflicht seit 2011 ausgesetzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass beide wieder eingeführt werden, ist indes so hoch wie nie. Im Zuge der Aufrüstung gegenüber Russland will die Bundeswehr durch Freiwillige wachsen. Melden sich nicht genügend Menschen, kann es eine Wiedereinführung der Wehrpflicht geben. Dann braucht es auch einen Ersatzdienst für alle Kriegsdienstverweigerer.
Hier liegt der Hund begraben. Die Organisationen, in denen die jungen Menschen den Zivildienst ableisten, müssen vernünftige Rahmenbedingungen schaffen. Schließlich sollen mögliche künftige „Zivis“ nicht nur ihre Zeit absitzen. Von einer versteckten Einführung der Wehrpflicht kann im Übrigen keine Rede sein, die Koalition war diesbezüglich sehr transparent. Im besten Fall braucht es weder Wehrpflicht noch den Zivildienst. Aber vorbereitet zu sein, schadet nie.
