Stuttgart - Immerhin: Julian Nagelsmann hat es doch verstanden. Er geht über die goldene Brücke, die ihm der DFB gebaut hat – und tritt zurück. Alternativlos ist diese Konsequenz nach dem WM-Desaster der DFB-Elf in Übersee, für das Nagelsmann verantwortlich zeichnet. Verwirrende Personalentscheidungen, keine Linie auf und neben dem Platz, mangelnde Kommunikation mit den Spielern und in Teilen kindlich-bockige Kommunikation nach außen: Dieser Mann war als Trainer der wichtigsten deutschen Fußballmannschaft nicht mehr zu halten. Erst recht nicht mit dem Blick auf die desaströsen Leistungen in den letzten beiden WM-Partien gegen Ecuador und Paraguay.
Exemplarisch für die Irrwege des Bundestrainers steht schon der Umgang mit Offensivmann Deniz Undav vom VfB Stuttgart, den Nagelsmann ohne jede Not öffentlich demontierte: nach Undavs Siegtor im Testspiel gegen Ghana in Stuttgart Ende März.
Der auf vielen Ebenen irrlichternde Nagelsmann ist also Geschichte. Und eines kann man dem DFB nun zugute halten: Dass er im Gegensatz zu den vergangenen frühen Ausscheiden bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 sofort den Schnitt wagt und nicht an gescheiterten Trainern festhält. Vieles spricht jetzt für die Nachfolgelösung Jürgen Klopp. Dem Menschenfänger ist es zuzutrauen, dass mit ihm ein Ruck durch Fußball-Deutschland geht. Ein Wunderheiler aber ist Klopp auch nicht.

