Stuttgart - Bundeskanzler Friedrich Merz hat viel Gegenwind bekommen, als er im vergangenen Jahr gleich mehrfach erklärte, dass die Bundesrepublik bereits von Russland angegriffen werde. Nicht mit Raketen und Drohnen natürlich, wohl aber mit Sabotage, Falschinformationen und Cyberangriffen. Seit Mittwoch kann sich der Kanzler in seiner Ansicht bestätigt fühlen. Es wird zwar noch etwas dauern, bis endgültig feststeht, ob es wirklich eine russische Sprengstoffdrohne war, die da auf dem Leipziger Flughafen gefunden wurde, und ob es eine russische Drohne war, mit der ein Frachtflugzeug kollidierte. Sicher ist das nicht, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch.
Klar ist hingegen nach Beobachtungen der Bundesanwaltschaft, dass Russland vermehrt auf so genannte Wegwerfagenten setzt. Billige und ungeschulte Helfer, die wichtige Informationen für die Profis sammeln und wenig aussagen können, wenn sie geschnappt werden.
Erst kommt die Spionage, dann die Sabotage. Nun ist es nicht so, dass nichts dagegen unternommen wird. Das gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen hat kürzlich seine Arbeit aufgenommen. Doch die Gefahren sind so vielfältig wie das Leben. Alle auszuschalten ist ein Ding der Unmöglichkeit. Und auf Telegram und Tiktok lassen sich willige Helfer zuhauf finden, die sich in ihrem Russland-Bild durch Sicherheitsbehörden nicht beeinflussen lassen.

