Stuttgart

Kommentar: Brandmauer für die Selbstachtung

Kommentar: Brandmauer für die Selbstachtung

Erst wurden die Partei, deren Themen und ihre Wähler weitgehend ignoriert. Als die Ergebnisse dennoch immer besser wurden, widmete man sich schließlich doch den Wählern und den Themen. Die Partei selbst aber ist weiter sozusagen tabu. Es hat viele Versuche gegeben, die AfD kleinzukriegen. Gefruchtet haben weder das Verteilen von Geld, noch Respektsbekundungen noch die Kontrolle von Migration.

Bis heute wird aber alles vermieden, was nach Kooperation aussehen könnte. Die CDU hat das vor acht Jahren sogar auf einem Parteitag festgelegt – Unvereinbarkeitsbeschluss nennen es die einen, Brandmauer die anderen. Ausgerechnet der jedes Rechtsdralls unverdächtige Ex-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat nun öffentlich seine Zweifel daran geäußert. Tatsächlich würde man der AfD ihre Opfererzählung erheblich erschweren, wenn sie beispielsweise wie andere Oppositionsparteien auch einen Vizepräsidenten des Bundestags oder Ausschussvorsitzende stellen würden.

Das gilt umso mehr, da erstens in der CDU noch immer nicht abschließend geklärt ist, was die verbotenen „Formen der Zusammenarbeit“ genau sind und sich zweitens in Bund, Ländern und Kommunen längst zahlreiche Verstöße dagegen angesammelt haben. Im Moment scheint die Brandmauer jedenfalls weniger geeignet, die Ausbreitung von Feuer zu bekämpfen und mehr, die Selbstachtung ihrer Erbauer zu stützen.

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