Stuttgart - Die Feuerwehr hat den Großbrand auf dem Stuttgarter Großmarkt weitgehend gelöscht. Es würden noch Nachlöscharbeiten laufen, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntagmittag. Daher sind die Brandbekämpfer weiterhin im Einsatz. Nach Angaben des Feuerwehrsprechers Daniel Anand brenne es nur noch in einzelnen Bereichen, die Flammen seien deutlich zurückgegangen. Ein „Feuer aus“ könne daher noch nicht gemeldet werden.
Der Einsatz wird wohl bis in den Montag andauern. Der Grund sind diverse Brandnester, an die die Feuerwehr nur schwer herankommt. „Wir kommen weiterhin nicht in die Halle, weil der Bereich dort einsturzgefährdet ist“, sagte Anand am späten Sonntagnachmittag. Es wird voraussichtlich eine Drohne eingesetzt, mit der man sich einen Überblick über die Situation verschaffen will.
Zuvor hatte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot mehr als 15 Stunden lang gegen das Feuer gekämpft. Zeitweise waren mehr als 200 Kräfte von Berufsfeuerwehr, freiwilliger Feuerwehr, Werkfeuerwehren, Polizei, Technischem Hilfswerk (THW) und Deutschem Roten Kreuz im Einsatz.
Der Brand war am späten Freitagabend in einer Lagerhalle ausgebrochen. Betroffen war nach Angaben der Märkte Stuttgart GmbH, zu der der Großmarkt gehört, ein überdachter Großbereich mit Fotovoltaik-Anlage und Unterbetonkonstruktion, in der sich Händlerflächen befanden. Durch das Feuer sind Teile von drei angrenzenden Hallen in Mitleidenschaft gezogen worden. Das THW musste mit einem Bagger Teile der betroffenen Halle abreißen, damit die Feuerwehr weiter vordringen konnte.
Am Samstagmittag gegen 12.30 Uhr ist das Feuer unter Kontrolle gewesen. Private Firmen konnten mit Abbrucharbeiten beginnen. Angaben zur möglichen Brandursache gibt es keine: Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen, wird sich aber frühestens am Montag gemeinsam mit der Kriminaltechnik ein Bild von der Lage machen, wenn das Feuer vollständig gelöscht ist. Die Polizei sucht etwaige Zeugen, die etwas beobachtet haben könnten. Nach Schätzungen könnte der Schaden mindestens im zweistelligen Millionenbereich liegen, sagte eine Polizeisprecherin.
Das Management des Großmarkts steht nun vor großen Herausforderungen. Der Stuttgarter Bürgermeister Thomas Fuhrmann, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Märkte Stuttgart, hatte sich am Samstagnachmittag ein Bild von der Lage gemacht und den Hilfskräften für den Einsatz gedankt. Am Montag werden sich die Märkte Stuttgart, zu denen der Großmarkt gehört, mit den vom Brand betroffenen Händlern und Unternehmen zusammensetzen, um zu besprechen, wie es weitergeht.
Bereits in der Nacht zu Samstag habe man damit begonnen, den Marktbetrieb abseits des Großbrandes zu normalisieren. Waren seien umgeleitet oder zwischengelagert worden, sodass die Versorgung größtenteils aufrechterhalten werden konnte, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Auf dem Gelände sind mehr als 100 Import- und Großhandelsunternehmen angesiedelt, die Hotels, Gaststätten und andere Gewerbekunden mit frischem Obst, Gemüse und Blumen beliefern. Nach eigenen Angaben ist der Stuttgarter Großmarkt der drittgrößte Handelsplatz für frische Waren in Deutschland.
